Z – ZEIT

Z – ZEIT

Der Künstler selbst vertraute gegen Ende seines Lebens darauf, dass die Zeit auf seiner Seite war. »Ich bin weit entfernt, den Forderungen der Zeit, wenn es nicht anders bloße Mode ist, entgegenzuarbeiten und gegen den Strom anschwimmen zu wollen«, schrieb er um 1830. »Aber noch weniger bin ich so schwach, gegen meine Überzeugung der Zeit zu huldigen. Ich spinne mich in meine Puppe ein, mögen andere ein Gleiches tun, und überlasse es der Zeit, was aus dem Gespinst herauskommen wird, ob ein bunter Schmetterling oder eine Made.«* Friedrichs heutiger Rang als zentrale Figur der Romantik und das große öffentliche Interesse an seiner Kunst übertreffen vermutlich all seine Erwartungen.

Ein Textauszug aus Barbara Hess’ Caspar David Friedrich A–Z

Caspar David Friedrich A–Z | Hatje Cantz Verlag

Caspar David Friedrich – A–Z | Hatje Cantz Verlag

*Zit. nach: Joseph Leo Koerner, Caspar David Friedrich. Landschaft und Subjekt, aus dem Englischen übersetzt von Christiane Spelsberg, München 1998, S.75. 
Bildcredit: Caspar David Friedrich, Blick auf Arkona mit aufgehendem Mond, um 1805/06, Pinsel in Braun über Bleistift, 60,9 x 100 cm, Albertina, Wien


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