N – NEBEL

N – NEBEL

Mit dem Meeresstrand im Nebel betrat Friedrich um 1807 neues Terrain: die Ölmalerei. Bis dahin hatte er gezeichnet, mit Wasserfarbe und Gouache gearbeitet und sich mit großformatigen Sepien einen Namen gemacht. Im Meeresstrand im Nebel übertrug er die tonalen Übergänge der Sepiatechnik, die atmosphärische Lichteffekte erzeugen, auf die Malerei. Und auch das Medium selbst – seine Möglichkeit, etwas zu zeigen oder zu verbergen – wird hier zum Thema. Der Meeresstrand im Nebel ist nicht nur ein Bild der Orientierungslosigkeit und des Ungreifbaren. Mit seiner Unbestimmtheit bietet es auch Raum für Subjektivität und veranschaulicht vielleicht sogar das wattige Gefühl im Kopf, das heute als Brain Fog oder Gehirnnebel bekannt ist.

 

Ein Textauszug aus Barbara Hess’ Caspar David Friedrich A–Z 

Caspar David Friedrich A–Z | Hatje Cantz Verlag
     Caspar David Friedrich – A–Z | Hatje Cantz Verlag

Bildcredit: Caspar David Friedrich: Meeresstrand im Nebel, 1807, Öl auf Leinwand, 34,2 x 50,2 cm, Österreichische Galerie Belvedere, Wien


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