PAUL CEZANNE

Ein Künstler gegen den Willen seines Vaters

Paul Cezanne wird am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence geboren und zählt zu den einflussreichsten Malern am Beginn der Moderne. Gegen den Willen seines Vaters entscheidet er sich früh für eine Laufbahn als Künstler.

1862 zieht Cezanne nach Paris, wo er von der École des Beaux-Arts abgelehnt wird und schließlich die Académie Suisse besucht. Dort lernt er Camille Pissarro kennen, der zu seinem wichtigsten Lehrer und künstlerischen Wegbegleiter wird.

Paris, Impressionismus und die Suche nach einem eigenen Stil

Cezanne studiert und kopiert die Werke der alten Meister im Louvre. Seine frühen Gemälde sind von einem pastosen, teilweise rauen Malstil mit kräftigem Farbauftrag geprägt. Unter dem Einfluss von Pissarro findet er zum Impressionismus, beteiligt sich 1874 und 1877 an den Ausstellungen der Gruppe und experimentiert mit Licht, Farbe und Naturbeobachtung.

 

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Zwischen 1873 und 1879 lebt Cezanne in Auvers-sur-Oise, kehrt anschließend jedoch nach Aix-en-Provence zurück. Dort arbeitet er zunehmend zurückgezogen und ringt über Jahre hinweg mit der Entwicklung eines eigenen künstlerischen Ausdrucks.

Mehr als Impressionismus: Cezannes revolutionäre Bildsprache

Cezannes Malerei markiert einen entscheidenden Schritt über den Impressionismus hinaus. Zwar übernimmt er dessen helle Farbigkeit, den strichelnden Farbauftrag und das Malen im Freien, doch interessiert ihn nicht das Flüchtige des Augenblicks. Stattdessen strebt er nach einem stabilen, in sich geschlossenen Bild als Gegenstück zur Natur.

Durch farbige Entsprechungen und eine bewusste Modulierung der Farben versucht Cezanne, die Natur in ihrer inneren Ordnung zu erfassen – ein Ansatz, der das Verständnis von Form und Raum grundlegend verändert.

 

© Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler Foto: Robert Bayer

Motive, Anerkennung und Vermächtnis der Moderne

Sein umfangreiches Werk umfasst Landschaften, Stillleben, Porträts von Freunden sowie Darstellungen ruhig sitzender Menschen aus seiner Umgebung. Besonders das Motiv der Badenden greift Cézanne immer wieder auf und variiert es in zahlreichen Kompositionen.

 

Private Collection, ©  Nevill Keating Pictures Ltd

1895 richtet der Kunsthändler Ambroise Vollard Cezannes erste Einzelausstellung in Paris aus. Die Anerkennung wächst, zunächst vor allem unter Künstlern wie Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas sowie später Henri Matisse und Pablo Picasso.

Im Oktober 1906 stirbt Paul Cezanne an den Folgen einer Lungenentzündung. Er gilt bis heute als Schlüsselfigur der modernen Kunst und als Brückenbauer zwischen Impressionismus und den avantgardistischen Strömungen des 20. Jahrhunderts.

2026 widmet die Fondation Beyeler dem Künstler Paul Cezanne eine umfassende Ausstellung, die seine zentrale Rolle als Wegbereiter der modernen Kunst eindrucksvoll beleuchtet.

Header:Zeichnung von Sarah Weishaupt, aus dem Katalog Cezanne

 

veröffentlicht am 21. Januar 2026 – Mathilde Busse

Veröffentlicht am: 21.01.2026
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