Martin Gostner Seitlich aus der Requisite kommend

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Herausgegeben von: Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Silvia Eiblmayr Texte von: Silvia Eiblmayr, Martin Prinzhorn Beiträge von: Udo Kittelmann mit dem Künstler Deutsch, Englisch März 2002, 72 Seiten, 54 Abb. Broschur 200mm x 155mm
ISBN: 978-3-7757-9106-9

Diese erste Monografie stellt das vielgesichtige Werk von Martin Gostner vor. Der österreichische Künstler ist unter anderem mit seinen Watte-Arbeiten bekannt geworden, hat sich jedoch nicht auf dieses Material festlegen lassen. Gostner behandelt in seinen Installationen häufig das Thema des Erinnerns. Das »Weiche«, das er auch in seinen Watte-Arbeiten behandelte, bezieht sich für ihn auf das formbare, historisch unpräzise der offiziellen Geschichtsschreibung wie auch der persönlichen Erinnerung. »Erinnerung weich« aus dem Jahr 1998 besteht neben anderen Elementen aus 98 Hängelampen, je eine für jedes abgelaufene Jahr des 20. Jahrhunderts. Der Künstler baute Kabel und elektrische Teile aus; die Lampen können kein Licht mehr verbreiten - auch nicht im aufklärerischen Sinne. Die dazu korrespondierende Videoarbeit »20th Century Boy« zeigt einen Oktopus in einem Aquarium, der sich in einem kurzen »loop« 98-mal durch einen engen Glaszylinder zwängt. Bei jedem Durchlauf erscheint eine Jahreszahl (von 1900- 1998) auf seinem Körper, gefolgt von dem Titel eines signifikanten Kunstwerks aus dem jeweiligen Jahr. Der unermüdliche, anpassungsfähige »20th Century Boy« bildet für Gostner eine Metapher für die Figur des modernen Künstlers. Zum Künstler: Martin Gostner *1957 in Innsbruck. 1979-1983 Akademie der bildenden Künste in Wien. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Europa. Lebt und arbeitet in Innsbruck.