CASPAR DAVID FRIEDRICH (1774–1840)

CASPAR DAVID FRIEDRICH (1774–1840)

Wie kein anderer Maler steht Caspar David Friedrich für die Kunst der RomantikIm Mittelpunkt steht dabei das neuartige Verhältnis von Mensch und Natur. Friedrichs Landschaftskompositionen haben bereits zu seinen Lebzeiten ebenso fasziniert wie irritiert. Seine Bilder zeugen von einer großen Innerlichkeit; zugleich forderte er ein neues Bildbewusstsein, die Sinnoffenheit seiner Bilder beziehen die Betrachtenden in den Deutungsprozess mit ein. Doch Friedrich, dessen Werk unsere Vorstellung der deutschen Romantik wie kein zweites prägt, war keine anhaltende Popularität vergönnt. Nach seinem Tod wurde ihm mehr als ein halbes Jahrhundert kaum Beachtung geschenkt, ehe seine Bilder im Rahmen der 1906 in Berlin realisierten Jahrhundertausstellung deutscher Kunst wiederentdeckt und in den Kanon der Kunstgeschichte eingeschrieben wurden. Heute sind seine Werke fest in unserem Bildgedächtnis verankert, und doch entziehen sich einer Eindeutigkeit, sind immer wieder neu interpretierbar

Caspar David Friedrich wurde am 5. September 1774 als sechstes von zehn Kindern in Greifswald geboren. Die alte Hanse- und Universitätsstadt an der Ostsee zählte damals rund fünftausend Einwohner*innen und gehörte seit dem Westfälischen Frieden 1648 zum Königreich Schweden. Friedrichs Jugend war vom streng protestantischen Glauben des Vaters und schweren Schicksalschlägen geprägt. Im Alter von nur sechs Jahren verlor er seine Mutter und neben dem frühen Tod zweier seiner Schwestern, musst er im Winter 1787 miterleben, wie sein ein Jahr jüngerer Bruder Johann Christoffer bei seiner eigenen Rettung aus dem eisigen Greifswalder Wallgraben ertrank – ein einschneidendes Erlebnis, das Friedrich in seinem späteren Werk in der Auseinandersetzung mit Trauer und Tod immer wieder aufgriff. 

Ab 1790 begann Friedrich als 16-Jähriger am öffentlichen Unterricht des Architekten und Universitätszeichenlehrers Johann Gottfried Quistorp an der Universität von Greifswald, teilzunehmen. Nachdem er hier die ersten künstlerischen Grundlagen vermittelt bekommen hatte, studierte er von 1794 bis 1798 an der renommierten Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und ließ sich im Herbst 1798 in Dresden nieder, einem der damaligen Zentren der Landschaftskunst. Mit kurzen Unterbrechungen – Aufenthalten in seiner Heimatstadt, auf Rügen und Neubrandenburg sowie Reisen nach Nordböhmen, ins Riesengebirge oder den Harz – wird Friedrich bis zu seinem Lebensende in der sächsischen Residenzstadt leben. Das unmittelbare Studium der Natur wurde hier zu einem maßgeblichen Aspekt seines Schaffens. Es entstehen zunächst eine Vielzahl von Zeichnungen, Radierungen und Sepien; erst ab 1807 wandte sich Friedrich der Ölmalerei zu. An Weihnachten 1808 stellt er in seinem Atelier wirkungsvoll sein erstes Ölgemälde Das Kreuz im Gebirge, auch bekannt als Tetschener Altar, aus, das ihm mit der harschen Kritik des preußischen Diplomaten  Friedrich Wilhelm Basilius von Ramdohr viel öffentliche Aufmerksamkeit einbrachte.
Sein künstlerischer Durchbruch gelingt ihm 1810 mit der Ausstellung der Gemälde Abtei im Eichwald und Mönch am Meer in der Königlichen Akademie der Künste zu Berlin. Beide Gemälde werden auf Anregung des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm von König Friedrich Wilhelm III. erworben. Friedrich wird als Mitglied in die Berliner Akademie der Künste aufgenommen, sechs Jahre später wird er ebenfalls Mitglied der Dresdner Akademie.

1818 heiratete Friedrich die fast zwanzig Jahre jüngere Caroline Bommer, das Paar bekommt insgesamt vier Kinder, das zweite Kind wurde 1821 tot geboren. 1824 erhoffte sich Friedrich zum Leiter der Klasse für Landschaftsmalerei an der Dresdner Akademie ernannt zu werden, doch sowohl künstlerisch als auch politisch war Friedrich zu dieser Zeit nicht konsensfähig. Stattdessen macht man ihn zum außerordentlichen Professor. 1826 reiste er zu einer Kur nach Rügen – es wird der letzte Besuch seiner Heimat und der geliebten Insel. 1835 und 1836 erlitt der Künstler zwei Schlaganfälle, die ihn fast vollständig lähmen. Am 7. Mai 1840 stirbt er mit 65 Jahren in Dresden.


Bildcredit: Georg Friedrich Kersting: Caspar David Friedrich, 1811, Öl auf Leinwand, 54 x 42 cm, Hamburger Kunsthalle. 


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