Marc Peschke

Marc Peschke. Kunsthistoriker. Kulturtexte. Fotokunst. Wiesbaden & Hamburg. Studium an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Fächer: Kunstgeschichte, Komparatistik und Ethnologie. Seit 1993 regelmäßige Mitarbeit bei verschiedenen deutschen und internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Musik- und Ausstellungskritiken sowie allgemeinere Texte zu kulturellen Themen. 1994 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter im »Archiv für afrikanische Musik« der Johannes Gutenberg-Universität. 1996 Magister Artium in Kunstgeschichte zum fotografischen Werk von Hans Bellmer. 1997 bis 2002 Kurator und Mitinhaber der Galerie »kunstadapter« in Frankfurt am Main mit dem Schwerpunkt junge europäische Fotografie. Künstlerische Leitung der Biennale »Fotografie- und Medienkunstpreis der Stadt Wiesbaden« und freie Kuratorenschaften. Katalogbeiträge und eigene Buchveröffentlichungen. Eigene Ausstellungen.

Marc Peschke. Art historian. Texts on culture. Fine arts photography. Wiesbaden & Hamburg. Studied at the Johannes Gutenberg University in Mainz. Subjects: art history, comparative literature, and anthropology. Has worked regularly for various German and international newspapers and magazines since 1993. Music and exhibition critiques, as well as more generalized texts on cultural themes. 1994 to 1999: academic assistant at the Archive for African Music at the Johannes Gutenberg University. 1996: Master of Arts in art history, specializing in the photographic oeuvre of Hans Bellmer. 1997 to 2002: curator and co-owner of the kunstadapter Gallery in Frankfurt am Main, where the focus was on contemporary European photography. Artistic Director of the Fotografie- und Medienkunstpreis der Stadt Wiesbaden (City of Wiesbaden Prize for Photography and Media Art) biennial; freelance curating. Author of essays for catalogues and of his own book publications. Exhibitions of his own.

FASSBINDER – JETZT im Martin-Gropius-Bau in Berlin

fassbinder_keyvisual_berlin_2015-b769

Mit einem Hinweis auf die Ausstellung „FASSBINDER – JETZT“ im Berliner Martin-Gropius Bau verabschiede ich mich als Fotoblogger des Monats. Fotografie als Experiment, Fotografie an der Grenze zu Film, Malerei und Skulptur, das war mein Thema. Vom 6. Mai bis zum 23. August kann man in Berlin das Werk des Filmregisseurs sehen, der in nur 16 Jahren 44 Filme geschaffen hat. Anlass ist der 70. Geburtstag von Rainer Werner Fassbinder am 31. Mai. Die Präsentation mit den drei Schwerpunkten “Werkstatt”, “Kostüm” und “Bildende Kunst” verdeutlicht die Geschlossenheit von Fassbinders Werk und seinen Einfluss auf die aktuelle Kunstproduktion.

www.gropiusbau.de

Kazuna Taguchi bei Photo London

TAGUC12696_It is as it is ☆_highres

© Kazuna Taguchi / Courtesy of Christophe Guye Galerie, Zurich, Switzerland

Eine ungewöhnliche Position zwischen Fotografie und Malerei nimmt das Werk der japanischen Künstlerin Kazuna Taguchi ein: abfotografierte Werke monochromer Acrylmalerei. Das Ergebnis sind entrückte Arbeiten, die Ende Mai bei der Photo London im Somerset House zu sehen sind. Die Künstlerin wird neuerdings von der Galerie Christophe Guye in Zürich vertreten.

Kazuna TAGUCHI

© Kazuna Taguchi / Courtesy of Christophe Guye Galerie, Zurich, Switzerland

www.christopheguye.com

David Lynch im Flatz Museum Dornbirn

Mit seinen „Factory Photographs“ – entstanden zwischen 1980 und dem Jahr 2000 – ist David Lynch als Fotograf bekannt geworden. „I love industry. Pipes. I love fluid and smoke. I love man-made things. I like to see people hard at work, and I like to see sludge and man-made waste.” So hat Lynch seine Serie kommentiert. Doch Menschen waren hier keine zu sehen. Stattdessen: dunkle, monströse Maschinen, labyrinthische Werkhallen, Ruinen der Moderne. Lynch ist ein Liebhaber des Unheimlichen.

Lynch Emily_Scream

(c) David Lynch: “Emily Scream”

Nach Sigmund Freud ist „Das Unheimliche“ stets im gleichen Maße vertraut wie unvertraut. Es ist für ihn „Wiederkehr des Verdrängten“, das sich in einem unheimlichen, existenziellen Gefühl äußert, einem Gefühl des Nicht-zuhause-seins. In seinen Filmen wie „Eraserhead“, „Blue Velvet“, „Twin Peaks“, „Lost Highway“ oder „Mulholland Drive“ ist es David Lynch immer wieder gelungen, dieses Gefühl zu transportieren – und eine neue Ästhetik des Unheimlichen zwischen Horror und Film noir zu erschaffen.

B 2227

(c) David Lynch: “Come See For Yourself”

In der Fotografie gelingt ihm das in vielen Arbeiten auch, wie jetzt die Ausstellung „David Lynch. Transient – Fotografien“ zeigt, die ab dem 11. April im Flatz Museum in Dornbirn zu sehen ist. Es ist die erste Einzelausstellung in Österreich, die Bilder von psychologischer Dichte und experimenteller Kraft zusammenbringt: „Es ist egal, wo eine Sache anfängt, was zählt, ist darauf zu achten, wohin die Ideen dich führen“, so David Lynch.

www.flatzmuseum.at

Anders Petersen-Retrospektive im Münchner Stadtmuseum

01_from Back Home, 2009

Bis zum 28. Juni zeigt das Münchner Stadtmuseum mit dem 1944 geborenen schwedischen Fotografen Anders Petersen einen Künstler, dessen Interesse jenen gilt, die am Rande der Gesellschaft stehen: Seine Bilder fand er in Animierlokalen, Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten oder Pflegeheimen – weltbekannt wurde Petersen mit seinen Fotografien, die im Hamburger Café Lehmitz in den späten sechziger Jahren entstanden sind: Porträts von Prostituierten, Obdachlosen und Trinkern, die ein Lebensgefühl jenseits gesellschaftlicher Normen auf unvergleichliche Weise spiegeln.

02_paris, 2006

„Ein Bildnis, das bedeutet auch, dass es nicht nur den Anderen sondern möglichst einen selbst darstellt, also ein Selbstbildnis ist. Das ist interessant, jedenfalls für mich.“ So hat Anders Petersen seine fotografische Philosophie einmal beschrieben: „Ich suche eine Beziehung zu den Menschen, die ich fotografiere. Und das hat viel zu tun mit dem Verlangen, den Träumen, den Geheimnissen. Vielleicht auch mit unseren Alpträumen und Ängsten.“

10_soho, 2011

Und weiter: „Für mich geht es beim Moment des Fotografierens auch um eine Nähe zu mir selbst. Um den Versuch, die Wirklichkeit zu erleben, anstatt sie lediglich darzustellen, und in diesem Erleben möglichst präsent zu sein. Manchmal ist es ein Glücksfall, man hebt die Kamera, und das Leben springt hinein wie ein Kaninchen. Alles wird bis zum Äußersten getrieben.“ Die Ausstellung zeigt etwa 400 Originalaufnahmen aus sämtlichen Werkphasen sowie den Dokumentarfilm „A Film about with Anders Petersen“. Zur Ausstellung ist im Schirmer/Mosel Verlag München die Monografie „Anders Petersen“ erschienen.

08_karlstad_schweden, 2000

www.muenchner-stadtmuseum.de