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Deforestation of primary swamp forest in Sumatra for a paper company.

Logging Vertical dyptich

 

Diptych, Deforestation of 800,000 hectares of swamp forest, Sumatra, Riau Area, Rangsang Island 03/2012

März 2012 und November 2013 besuchte ich zusammen mit Akmal, ebenfalls Umweltaktivist, Rangsang Island, eine Insel vor Sumatra. Sie gehört zu Sumatras Provinz Riau, wo ein großer Papierkonzern die staatliche Konzession erhalten hatte, insgesamt 800.000 Hektar primären Sumpfurwald zu roden, trockenzulegen und das Land für Akazienanpflanzungen zu nutzen. Auf unserem Weg zu den Inseln kamen uns pausenlos mit Tropenholz überladene Schiffe entgegen. In den Gewässern vor den Inseln lagen unzählige rauchende Minenschiffe vor Anker. Deren Besatzung suchte nach Silber.

Mit dem Oberhaupt der lokalen indigenen Bevölkerung und einigen seiner Freunde schlugen wir uns stundenlang mit Macheten einen Weg durch dichten Primärurwald bis zu der Stelle, wo von Tagesanbruch bis zur Dämmerung pausenlos die Motorsägen heulten, um dieses Gebiet für einen Papierkonzern nutzbar zu machen. Das ganze Areal wurde streng von Security bewacht. Zu Beginn wurden kilometerlange Schneisen in den Urwald geschlagen, um danach mit schweren Baggern breite Wasserkanäle aus dem meterdicken Torfboden des Urwalds auszuheben. Wertvolle Bäume wurden zuerst abgeholzt und mit Booten auf den künstlichen Wasserwegen abtransportiert. Alles was nicht verwertbar war, wurde anschließend verbrannt. Akazienbäume ersetzten schließlich die Vielfalt, um dann nach sieben Jahren Reifezeit als Maische in den großen Bottichen der Papierhersteller zu landen.

Dieses Diptychon entstand im März 2012. Im nächsten Jahr besuchte ich diesen Ort erneut. Der Primärurwald war inzwischen restlos abgeholzt. Junge Akazien hatten jetzt ihren Platz eingenommen. Zu meiner eigenen Sicher­heit hielten mich meine Begleiter zurück, das Areal zu betreten, auf dem der noch verbliebene Primär­urwald nun abgemäht wurde.

 

Between March 2012 and November 2013, Akmal, another environmental activist, and I visited Rangsang Island off the coast of Sumatra. It is part of the Suma­tran pro­v­ince of Riau, where a large paper company had received a state license to exploit 800,000 hec­tares of primary swamp forest, clearing and draining the land so it could be used for planting acacia trees. On our way to the island we passed a constant stream of boats heading in the opposite direction, each one overloaded with tropical wood. In the waters off the island countless smoking mining ships lay at anchor. Their crews were looking for silver.

Accompanied by the head of the local indigenous population and some of his friends, we hacked our way with machetes for hours through the primary forest, until we came to a place where chainsaws could be heard roaring constantly from dawn till dusk. The site was being prepared for exploitation by one of the paper companies, and the entire area was under heavy security surveillance. First open strips, several kilometers long, were cut into the primary forest, and then broad water channels were dug through the forest’s peaty soil using heavy diggers. Valuable trees were cut down first and transported away along the artificial waterways. Then everything that couldn’t be used was burned. Finally, the diversity of the forest was replaced by acacia trees, which take seven years to mature before ending up as mash in the paper manufacturers’ big vats. I shot this diptych in March 2012. The next year I visited this place again. By then, the primary forest had been completely cut down, and young acacia trees had taken their place. The area had been razed of its remaining primary forest, and for my own safety my companions stopped me from entering it.

Mit der 8 x 10 inch Kamera auf einem 800 Hektar großem illegal abgeholztem Areal in Zentralborneo unterwegs.

Tumbank karan dyptich

Illegale Abholzung in Tumbang Karan, Zentral Kalimantan, Inonesien

Durch eine deutsche Dokumentarfilmerin bekam ich die Adresse von Nordin, einem Umweltrebellen im Süden Borneos, der in Indonesien sehr gut vernetzt ist. Mit ihm brach ich dann im März 2012 auf, um mir im Süden Borneos die Spuren der legalen und illegalen Zerstörung der primären Wälder anzusehen. Wir waren mehrere Wochen in Zentralkalimantan unterwegs. Was ich hier jedoch sah, erschütterte mich zutiefst: trostlose Areale abgesägter Urwaldriesen, brandverwüstete Flächen, lebloser Sekundärwald und Palmölfelder, pestizidverseucht und überschattet von dem Rauch pausenlos kochender Palmölmühlen.

Auch die letzten Bergregionen Zentralkalimantans werden nicht von neuen Palmölplantagen verschont. Dort wo es zu steil für die Plantagen ist, werden die wertvollen Bäume einfach mit Motorsägen für den Export in die westliche Welt zerlegt. Zurück bleibt verwüsteter Urwald.

Ein Tipp aus Tumban Kalang im März 2012 führte uns in das Zentrum Kalimantans. Dort brachten uns Dorfbewohner zu einer 7 000 Hektar großen, illegalen Abholzung einer malaysischen Palmölgesellschaft: Der Primärurwald war bereits restlos abgeholzt. Vor Ort fanden wir auch ein Sägewerk, in dem die wertvollen Hölzer gleich zu Brettern verarbeitet wurden. Was nicht verwertbar war, ließ man einfach liegen. ( siehe Bild oben) Wir meldeten die Abholzung nach unserem Besuch den Behörden.

 

 

Ein einzelner Weißer in nicht touristischen Gegenden Brasiliens, wo zudem illegale Abholzung stattfindet, bedeutet in der Regel nichts Gutes.

Holzlager

Die Recherche zu meinem Buch war durchweg schwierig und mühsam. Die Zerstörung der primären Urwälder ist zwar weltweit in Gang, zuverlässige und gut organisierte Kontaktpersonen vor Ort zu finden, war jedoch schwer. Zudem wollte ich Gebiete aufsuchen, die bis jetzt noch nicht so im Fokus der Öffentlichkeit standen. Die Kontakte in Brasilien waren alle problematisch. Nirgendwo konnte meine Sicherheit gewährleistet werden. Einfach hinfahren und sich umschauen wäre keine Option gewesen. In abgelegenen Gegenden fällt man als Weißer überall auf. Je abgelegener die Gegend, um so sicherer ist es, dass man bei all seinem Tun beobachtet wird. Jede Information, die die Einheimischen auffangen, wird rasend schnell verbreitet. Ein einzelner Weißer in nicht touristischen Gegenden Brasiliens, wo zudem illegale Abholzung stattfindet, bedeuteten der Regel nichts Gutes.  Da werden schnelle Entscheidungen getroffen.

In Sibirien hatte ich einige Kontakte. Das Reisen und die Fortbewegung vor Ort, um in die abgelegenen Gebiete zu kommen, war logistisch und finanziell jedoch unüberschaubar. Auch gab es hier für mich Sicherheitsprobleme, weil auch staatliche Stellen an der Abholzung beteiligt sind. Mit Behörden in Russland wollte ich mich nicht anlegen. Aus diesem Grund konnte ich bis heute keine Aufnahmen in Brasilien und in Russland machen.

In meinem Buch beschäftige ich mich im wesentlichen mit Gebieten In Malaysia und Indonesien.

Die Vorbereitung zu dem Primärurwaldthema hat viel Zeit in Anspruch genommen

saegewerk Bolivien

Bereits 2008 begann ich mit ersten Recherchen zu dem Thema in Bolivien und Brasilien. Ich suchte nach verlässlichen Kontakten vor Ort, um die Zerstörung von primären Urwäldern fotografieren zu können. Ich stieß dabei 2009 auf einen Deutsch-Bolivianer, der von einem Naturschutzreservat berichtete, das durch private Spenden entstanden war und nun von der einheimischen Bevölkerung und von Kriminellen in Besitz genommen wurde, um den Wald abzuholzen. Er war mit der Betreuung dieses Areals betraut, musste jetzt jedoch tatenlos zusehen, wie das gesamte Gebiet zerstört wurde.

Mehrere Wochen war ich dann im August 2010 mit ihm in den Regenwaldgebieten Boliviens unterwegs, um Spuren der illegalen Abholzung, unter anderem für den Kokaanbau, zu dokumentieren. Auf unserem Weg dorthin wurden sehr bald Kubaner auf uns aufmerksam und ließen uns fortan nicht mehr aus den Augen. Meine Guides änderten daraufhin die Route. Erst als wir von der mühsamen Reise im Tiefland Boliviens zurückkamen, gestanden sie mir, dass sie mich aus Angst vor den Kubanern an einen anderen Ort gebracht hatten. Es entstanden deshalb nur wenige Aufnahmen in Bolivien. Bei einer Security­-Kontrolle am Flughafen Sao Paolo wurde später fast die Hälfte der belichteten Negative von einer defekten Röntgenmaschine zerstört.

Nach diesem anfänglichen Rückschlag setzte ich dann im gleichen Jahr meine Recherchen in Brasilien, Indonesien, Malaysia, Afrika und Sibirien fort. Wichtig war mir bei allen Recherchen, vertrauensvolle und seriöse Kontaktleute zu finden, die auch die Sicherheitslage vor Ort gut bewerten konnten. Interessante Gebiete, bei denen ein sehr hohes Risiko für unser Leben bestand, wurden nicht besucht. Sicherheit war und ist für mich immer ein wichtiger Aspekt.

 

Nucleo 02cmy0,82k

Abholzung In Bolivien

 

 

Der Titel „Reading the Landscape“

Filmstill Rangsang Island08

Der Titel „Reading the Landscape“ beschreibt eigentlich genau das, was ich schon immer gemacht habe. Es ist eine Art Lesen der Landschaft, ein Herauslesen, eine Spurensuche und gleichzeitig ein Auflesen von für mich Bemerkenswertem. Die aufgelesenen Bilder füge ich zu einer Geschichte zusammen, die ich dem Betrachter mit meinen Büchern und Ausstellungen zur Betrachtung anbiete. Dieses Lesen in der Landschaft geschieht dabei immer in einem Art Areal, einer Insel (Island, in der Serie Under the Nordic Light), einer Küstenlinie (Grönland,  Serie Broken Line), oder Eisschmelzzone (Innlandeis Grönlands, Serie Above Zero). Dabei interessieren mich vor allem die Grenzen der Landschaften, die bisher vom Menschen noch relativ unberührt waren und sich bis jetzt aus sich selbst heraus ohne großen Einfluss des Menschen geformt haben. Ich suche dann dort nach bemerkenswerten Orten, nahezu unberührter Natur und ich suche nach den Spuren, die zeigen, wie wir von diesem Land Besitz nehmen und diese Landschaft damit verändern. Die Bilder meiner  Landschaften drücken meine Bewunderung, meine Freude und mein Staunen über die Schönheit des Vorgefundenen aus, aber natürlich auch meine Traurigkeit, manchmal auch meine Wut. Ich betrachte die Welt wie mit großen Kinderaugen. Ich versuche, das Gesehene für mich visuell zu begreifen, ich lasse es auf mich wirken und lese manche dieser Eindrücke mit meiner Kamera auf und trage diese wie eine visuelle Erfahrungsgeschichte in einem Buch zusammen, die ich dann nach der Fertigstellung wie eine vielfach gestreute Flaschenpost  mit der Öffentlichkeit teile.

 

Erste Exemplare des Buches “Reading the Landscape” am Montag 08. September um 19.00 Uhr

Foto

Gestern bin ich mal wieder aus Grönland zurückgekommen, wo ich ca. 10 Tage lang Klimaforscher auf einem Schiff bei Messungen in abgelegene Fjorden Westgrönlands begleitet habe.

Vor meiner Abfahrt wurde das Buch “Reading the Landscape” in der Nähe von Stuttgart gedruckt. Danach ging das Buch zum Buchbinder. Eigentlich hätten die ersten Exemplare heute schon hier bei mir in München sein müssen. Leider sind sie noch nicht da. Nun werde ich die ersten 20 Exemplare wohl auch erst  am kommenden Montag Abend bei meiner Buchvorstellung bei Sautter + Lackmann sehen.

Den Druck habe ich vor Ort an der Druckmaschine nach meinen eigenen Proofs zusammen mit dem Drucker Bogen für Bogen abgestimmt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun bin ich gespannt auf den Gesamteindruck des Buches.

First chapter of the book – Habitat 1

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Wir erlangen nur dann ein Bewusstsein für und eine Beziehung zu unserer Welt, wenn wir uns interessiert und vielfältig mit ihr auseinandersetzen. Nur was wir vorher kennengelernt haben, werden wir auch schätzen und bewahren. Aus diesem Grund beschäftige ich mich im ersten Kapitel meines Buches mit den wenigen noch verbliebenen intakten Lebensräumen der inzwischen zu verschwinden drohenden Primärurwälder. Diese tropischen Lebensräume erscheinen mir so vielschichtig und einzigartig, dass sie für mich in ihrer Komplexität verstandesmäßig nicht wirklich zu begreifen sind. Und doch nehme ich nach der Begegnung mit ihnen für mich etwas nach Hause, was dem Begreifen sehr nahe kommt.

The only way we can develop an awareness of and a relationship to our world is by taking an interest in it and studying it in various ways. We will only ever be able to value and preserve what we have already got to know. That’s why I’ve dedicated this chapter of my book to the few habitats among our disappearing primary forests that still remain intact. These tropical habitats seem to me so multi-layered and unique that their complexity actually transcends human understanding. And yet, having en­coun­tered them, I’ve brought home something that, for me, comes very close to a kind of understanding.

The Projekt “Reading the Landscape”

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Wir müssen mehr den Ozean vor uns als uns vor dem Ozean schützen. Wir sind der Natur gefährlicher geworden, als sie uns jemals war. Am gefährlichsten sind wir uns selbst geworden, und das durch die bewundernswertesten Leistungen menschlicher Dingbeherrschung. Wir sind die Gefahr, von der wir jetzt umrungen sind – mit der wir hinfort ringen müssen. Hans Jonas (jüdischer Philosoph, 1903–1993)1

Während ich die Anmerkungen zu meinen Bildern und meinem Buch schreibe, ruhen mein Schreibtischstuhl und meine Füße auf Merbau-Parkett, das in den Tropen Indo­ne­siens ab­geholzt wurde und auf geschickten Pfaden seinen Weg nach Deutschland gefunden hat. Das Parkett hat mein Ver­mieter weit vor meinem Einzug hier im Büro verlegen lassen, weil es außergewöhnlich schön und robust ist. Merbau wird, wie fast alle tropischen Höl­zer, ausschließlich durch die Zerstörung von Ur­wäl­dern gewonnen und ist in Deutschland reichhaltig verfügbar. Es gibt niemanden bei uns, in der westlichen Welt, der nicht schon im Überfluss von der Zerstö­rung der pri­mären Urwälder gehört hat, und doch sind wir immer noch alle direkt oder indirekt daran beteiligt. Mein Blick wandert von meinem Computerbildschirm in den üppig grünen Garten vor meinem Fenster. Es regnet warm in Strömen. Mein Blick folgt den blaugrünen Regentropfen und gleitet mit Ihnen weiter in den tropischen Regen Indone­siens. Ich sehe mich zusammengekauert unter einer Regenplane auf einer Insel vor Sumatra auf meinen Kameraruck­säcken sitzen. Wie oft habe ich es genossen, nach meinen Aufnah­men einfach so unter meiner grünen Plane im laut prasselnden Regen zu sitzen und dem feuchtwarmen Urwald zuzuschauen – nur dazusitzen und zu staunen über diese üppige, grüne, lebendige Fülle. Doch dort, wo ich mich jetzt in meinen Erinnerungen befinde, ist kein Urwald mehr. Stattdessen schwarzer, verkohlter Ur­wald­boden, darauf verstreut leere Gehäuse von Kreb­sen, Hummern, Insekten und Schnecken. Der Boden ist verbrannt bis mehrere Meter unter den leeren Hüllen der toten Tiere. Unzählige Male bin ich bis zum Bauch in den vom Feuer ausgehöhlten Torf­böden versunken, auf der Suche nach einem Bild, mit dem ich meine Betroffenheit zu dem Vorgefundenen einfangen kann.

Meine Bilder und Videos sind der Versuch etwas zu er­zählen, was ich selbst erlebt und mit eigenen Augen gesehen habe und was mich deshalb sehr berührt. Seit vielen Jahren besuche ich Orte, an denen selbst­orga­nisierte Natur direkt oder indirekt auf Menschen trifft, und stelle fest, wie diese Räume leider erschreckend schnell kleiner werden. Bei meinen Recherchen zu dem Thema erschien es mir zunächst fast paradox, dass nicht nur die Zerstörung der primären Lebens­räume, sondern auch die Schutzbemühungen im Wesentlichen von der sogenannten westlichen Welt gesteuert werden. Ich stellte fest, dass die unter schlechten Bedin­gungen lebende und mangelhaft ausgebildete Bevöl­ke­rung von beiden Seiten für unsere Interessen instrumentalisiert wird. Die Menschen vor Ort können den dramatischen Veränderungen meist nur machtlos zu­sehen. Die Macht haben häufig andere. Im überwiegenden Teil der Erde haben große Konzerne in­zwischen mehr Einfluss, als es die weltweit gewählten Volksvertreter wohl je hatten. Die Macht dieser Wirt­schaftssysteme ist inzwischen so umfassend und gleichzeitig vielfältig amorph, dass diese nur sehr schwer angreifbar ist. Auf Korrekturwünsche und Ge­setze von außen reagieren die Konzerne meist nur mit strategischen Posi­ti­ons­veränderungen und fast immer zum eigenen, renditeschonenden Vorteil. Ge­mäß­igtes und nachhaltiges Handeln ist schließlich kein profitables Grund­konzept für sie. Firmenethik wird nur dort eingesetzt, wo sie nützt – als kosme­tische, jederzeit austauschbare Mas­­kerade mit dem einzigen Ziel, die eigenen Pro­dukte noch besser produzieren und verkaufen zu können. Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass wir durch Opportunismus, hohes Anspruchsdenken, Überbe­völ­ke­rung und unsere technologischen Möglichkeiten diesen Erdball nun mit rasanter Geschwindigkeit und unkontrollierbar zum Nachteil jeglichen Lebens auf dieser Erde verändern. Nur eine rasche Gegenbe­wegung könnte die destruktiven Folgen dieses Tuns noch ab­wenden. Sollte das jedoch nicht geschehen, werden wir wohl jeg­liche Chancen für zukünftige Generationen verspielen.

 

The ocean needs more protecting from us than we need protecting from the ocean. We’ve become far more dangerous to nature than it ever was to us. But what we threaten most of all is ourselves—and this through our most extra­ordinary achievements in controlling the material world. We are the danger that now surrounds us—and it is with this danger that we must henceforth struggle. Hans Jonas (Jewish philosopher, 1903–1993)1

While I write these notes to my pictures and my book, my chair and feet are resting on parquet flooring made of merbau, a tropical hardwood that was felled in Indonesia and found its way to Germany by rather circuitous means. My landlord had the parquet flooring laid down long before I moved into this office because it is unusually beautiful and hard-wearing. Like almost all tropical woods, merbau is obtainable only through the destruction of primeval forests, and is readily available in Germany. All of us in the west have heard a great deal about the destruction of the primeval forests, and yet we all remain complicit in it, either directly or indirectly. My gaze wanders from my computer screen to the lush, green garden outside my window. Warm rain is pouring down. As I watch the blue-green raindrops falling, I am transported back to one of Indonesia’s tropical rainstorms. I see myself seated on my camera bag and huddled beneath a ground sheet, somewhere on an island off Sumatra. Often caught in a shower while out photographing, I’ve enjoyed many an afternoon sitting beneath my sheet, listening to the rain loudly pattering down and looking at the warm, humid primeval forest—just sitting there and marveling at this lush, green, living richness. However, the place my memory takes me back to is now no longer forest. Instead, it is a wasteland of black and carbonized earth, strewn with the shells of crabs, lobsters, insects, and snails. The ground beneath the dead animals’ empty husks is burned to a depth of several meters. There’ve been countless times when I’ve waded up to my stomach into the fire-hollowed peat, looking for an image that can capture something of my shock at what I’ve found. My pictures and videos are an attempt to report on what I’ve experienced, on what I’ve seen with my own eyes and what has, for that reason, deeply moved me. For many years I’ve been visiting places where human beings have encountered pristine nature, either directly or indirectly, and I’ve watched as these places have shrunk at an alarming rate. While researching the subject, it first seemed to me almost paradoxical that the so-called western world was behind both the destruction of the primary habitats and the attempts to protect them. I saw how both sides in the conflict were using impoverished and poorly-educated local populations for their own interests. For the most part, local people can only powerlessly watch as these dramatic changes take place. Power often belongs to others. In the majority of places, large corporations already probably wield more influence than the entire elected representatives of people across the world ever had. The power of this economic system has now become so extensive and so complexly amorphous that it is very difficult to grasp. Corporations tend to react to legislation and other attempts to control their actions simply by strategically shifting their position, almost always acting to their own advantage and in a manner that will protect their profits. At the end of the day, moderate and sustainable behavior is just not a profitable approach for them. Corporate ethics are applied only where they are useful—and then only as a cosmetic exercise, a pretence that can be dropped at any time, whose sole function is to promote the production and marketing of products. There is now good reason to believe that this planet is being changed ever more quickly and uncontrollably by human overpopulation, high material expectations, new technological developments, and general opportunism—and that it is a change to the detriment of all life on earth. Only a rapid countermovement could still avert the destructive consequences of this way of behaving. If that doesn’t happen, we will probably gamble away any re­maining chances for future generations.

DUMMY AWARD KASSEL 2014: The 3 winners

 

The International Fotobookfestival Kassel has been created six years ago. It took place last year at the Documenta Halle in Kassel in October 2013 and the next festival’s edition will be organized at the same place in June 2015. In 2014, the Fotobookfestival is hosted by The PhotoBookMuseum in Cologne: all books nominated for the « Best Books of the year » and all shortlisted books for the « Dummy Award » are presented now until the 3rd of October 2014 at The_PBM.

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Dummy Award Kassel @ The PhotoBookMuseum Cologne

The three winners of the Dummy Award 2014 (maquettes of so far unpublished photo books) were announced on the 23rd of August in Cologne after deliberation of the jury made of seven experts:

Cristina De Middel (Photographer, London)
Deanna Templeton (Photographer, Huntington Beach, California)
Todd Hido (Photographer, San Francisco)
Carlos Spottorno (Photographer, Madrid)
Manik Katyal (Emaho Magazine, Delhi)
Benjamin Füglister (European Photography, Berlin)
Richard Reisen (k-books, Cologne)

The prizes for the Dummy Award 2014 were given to:

  1. Irina Rozovsky for her book: Island on my mind
  2. Mafalda Rakoš, Iuna Vieira, Raphael Reichl for their book: 3rd Generation
  3. Hajime Kimura for his book: Scrap Book

The winner of the First Prize will be given the opportunity to realize the dummy as a « real » book in cooperation with the festival’s partner, k-books, and the Second and Third Prizes are receiving a book production voucher

+

FIRST PRIZE
Irina Rozovsky
Island on my mind

101© Irina Rozovsky / Photobookfestival Kassel

Irina Rozovsky was born in Moscow and grew up in the Boston area. She received a BA in French and Spanish Literature from Tufts University and an MFA in Photography from Massachusetts College of Art. Her work has been published and exhibited in the United States and abroad. Irina lives in Brooklyn, NY and teaches at the International Center of Photography.

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SECOND PRIZE
Mafalda Rakoš, Iuna Vieira, Raphael Reichl
3rd Generation
+ My choice! +

08© Mafalda Rakoš, Iuna Vieira, Raphael Reichl / Photobookfestival Kassel

« 3rd Generation  is a collective social documentary photo-book project which shows the lives, opinions, and thoughts of Israeli and Palestinian youth using a very individualistic and personal approach. The photogonist’s stories in the book are told through pictures, interviews, and texts. It is realized by Iuna Vieira (photography on the Istraeli side), Mafalda Rakoš (photography on the Palestinian side), and Raphael Reichl (graphic design). » (extract from Mafalda Rakoš website)

Mafalda Rakoš
was born 1994 and grew up in Vienna, Austria. She attended Vienna Institute of Graphic Design and Audiovisual Media, department of photography. She has realized various long-time projects in Vienna and other regions of the world such as the Middle East and West Africa. Her work has been published in magazines and newspapers (‘die Presse’, ‘das biber’) and was shown in various festivals such as Encontros da Imagem Festival, Portugal, and Voies Off, Arles, Kolga Tblisi Festival, Georgia as well as in Vienna. In 2013, she and her two colleagues were awarded the “Jugendinnovativ-Prize” for their collective bookproject “3rd Generation”. In 2013 as well, she was awarded the Prix Revelation SAIF during Festival Voies Off at Rencontres d’Arles for her series “Il y a des jours sombres.” She graduated from High School in 2013 and enrolled her studies in anthropology at Vienna University while at the same time pursuing her own photographic projects and doing commissioned work.

Iuna Vieira
grew up and works in Vienna, Austria, and graduated from Vienna’s School of Media – Department of Photography in 2013. Since 2010, she has been focusing on social documentary photography, and started working on long and short term projects in Austria and abroad. She works as a freelancer for different NGOs and organizations. From 2011 to 2013 she implemented the book-project ‘3rd Generation’ along with two colleagues about Israeli and Palestinian youth within the Middle East conflict, which won various contests, such as Jugend Innovativ’s First Prize in the Design category. The photo-book is part of “Schönste Bücher Österreichs” (Austria’s Most Beautiful Books) and was exhibited in various countries. In 2013, she spend four months in Brazil volunteering, implementing a project, and working as a photographer for an NGO. She attended various international Photo Festivals and Portfolio Reviews (such as the Lumix, visa pour l’image in Perpignan and many more) and exhibited her work in group exhibitions in Vienna and on a solo exhibition at Encontras da imagem International Photo Festival in Braga, Portugal.

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THIRD PRIZE
Hajime Kimura
Scrap Book

09© Hajime Kimura / Photobookfestival Kassel

Hajime Kimura
is a Japanese photographer born in 1982. He was raised in Chiba prefecture just outside Tokyo. Having studied architecture and anthropology at University, he began his career in 2006. His work “Solitary” awarded “Tokyo Documentary Photo Workshop Scholarship” in 2011. His first long-term project “MATAGI” focused on Japanese ancient tribe in Nigata prefecture for 5 years was published in 2012. In the same year he participated in World press photo Joop swart masterclass in Amsterdam. In January, 2013 his private work “Man and Dog” won the 2nd prize of Vattenfall photo annual award in Berlin and exhibited at CO Berlin. His first photobook “KODAMA” won the first prize of IPA photobook Asia award 2013 in Singapore, the special prize of Konica PHOTO PREMIO 2013 in Tokyo and has been widely featured in a number of publications including TIME, New York Times, Newsweek, Le Monde Magazine and others. These past couple of years he has been based in Japan while also covering China and India.

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48 shortlisted books for the Photobook Dummy Award Kassel 2014
were chosen by: Tamara Berghmans (Fotomuseum Antwerpen), Angel Luis Gonzales Fernandez (PhotoIreland, Dublin), Sebastian Hau (Le Bal Books, Paris), Jeffrey Ladd (Photographer, Cologne), Dieter Neubert (Fotobookfestival, Kassel), Markus Schaden (ThePhotoBookMuseum, Cologne) and Stephanie von Spreter (Fotogalleriet, Oslo).

They will be further exhibited at international photo events in Cologne, Oslo, Paris, Rome, Paraty and São Paulo: