Anders Petersen-Retrospektive im Münchner Stadtmuseum

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Bis zum 28. Juni zeigt das Münchner Stadtmuseum mit dem 1944 geborenen schwedischen Fotografen Anders Petersen einen Künstler, dessen Interesse jenen gilt, die am Rande der Gesellschaft stehen: Seine Bilder fand er in Animierlokalen, Gefängnissen, psychiatrischen Anstalten oder Pflegeheimen – weltbekannt wurde Petersen mit seinen Fotografien, die im Hamburger Café Lehmitz in den späten sechziger Jahren entstanden sind: Porträts von Prostituierten, Obdachlosen und Trinkern, die ein Lebensgefühl jenseits gesellschaftlicher Normen auf unvergleichliche Weise spiegeln.

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„Ein Bildnis, das bedeutet auch, dass es nicht nur den Anderen sondern möglichst einen selbst darstellt, also ein Selbstbildnis ist. Das ist interessant, jedenfalls für mich.“ So hat Anders Petersen seine fotografische Philosophie einmal beschrieben: „Ich suche eine Beziehung zu den Menschen, die ich fotografiere. Und das hat viel zu tun mit dem Verlangen, den Träumen, den Geheimnissen. Vielleicht auch mit unseren Alpträumen und Ängsten.“

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Und weiter: „Für mich geht es beim Moment des Fotografierens auch um eine Nähe zu mir selbst. Um den Versuch, die Wirklichkeit zu erleben, anstatt sie lediglich darzustellen, und in diesem Erleben möglichst präsent zu sein. Manchmal ist es ein Glücksfall, man hebt die Kamera, und das Leben springt hinein wie ein Kaninchen. Alles wird bis zum Äußersten getrieben.“ Die Ausstellung zeigt etwa 400 Originalaufnahmen aus sämtlichen Werkphasen sowie den Dokumentarfilm „A Film about with Anders Petersen“. Zur Ausstellung ist im Schirmer/Mosel Verlag München die Monografie „Anders Petersen“ erschienen.

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www.muenchner-stadtmuseum.de