Susa Templin in der Kölner Thomas Rehbein Galerie

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Schon seit Jahren irritiert das Werk von Susa Templin. Fotografie begreift sie nicht als eine Sache, die man in einem Rahmen versteckt. Im Gegenteil. Schon vor Jahren klebte die ehemalige Städelschülerin Fotocollagen, machte Farbkopien von Fotos, baute kleine Skulpturen, fertigte Zeichnungen und Aquarelle, entwarf Installationen und Ateliersituationen. Es ist vor allem die Sehnsucht, städtische Räume für sich zu entdecken, die Templin vorantreibt. „Was mich interessiert, ist die Frage, wie die Menschen in der Stadt leben und was dabei besser und schöner sein könnte“, sagt Templin – und tatsächlich sind ihre Orte von bisweilen flimmernder Schönheit.

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Dass sie diesen Glanz mit einer rauen Präsentation zu brechen sucht, die ihre künstlerische Arbeit seit Jahren begleitet, macht Sinn. Die Kunstausstellung als provisorischer Notizzettel, auf den man kritzelt, skizziert, schneidet und kratzt ist eine Idee, die nichts an Faszination verloren hat. Die Ausstellung, ein schwebendes Verfahren, das Verwirrung stiftet: „Ich will, dass der Betrachter wach wird. Und das wird er oft, wenn er nicht genau weiß, was er von den Dingen halten soll“, so Templin.

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Jetzt sind ihre neuen Arbeiten unter dem Titel „Räume“ bis zum 11. April in der Galerie Rehbein in Köln zu sehen. Bis heute ist Susa Templins Thema der Raum geblieben, wie Miriam Walgate zu der Ausstellung schreibt: „Auf ihrer Suche nach Bildlösungen setzt Susa Templin wiederholt ihren eigenen Körper in Beziehung zum Raum und lässt selbst den Akt des Fotografierens einfließen. Gekennzeichnet von blasser, atmosphärischer Farbigkeit, partieller Unschärfe und Mehrfachbelichtung wird in den Motiven von Mobiliar, Vorhängen, den Beinen der Künstlerin, Türen und Fenstern die physische Dimension räumlicher Erinnerung erfahrbar gemacht.“

 

http://www.rehbein-galerie.de/exhibition_detail.php?exhibition=89