Peter Lindhorst

Ein Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns. Der Satz ist von Franz Kafka. Von Cliff Richard stammt: Rote Lippen sind dem Himmel ja so nah. Peter Lindhorst wird just in dem Moment geboren, als der Nr.1-Hitparadenkracher Rote Lippen soll man küssen aus allen bundesrepublikanischen Transistorradios krächzt. Peter Lindhorst liebt Bücher, die Kraft besitzen, Eisblöcke in uns zu zersprengen. Während andere frühzeitig auf die Kraft des Küssens setzten, war für ihn die Bibliothek der Ort, der dem Himmel am nächsten kam. Frühe Leidenschaft bedeutet berufliche Derterminiertheit: Irgendwas mit Büchern! In einem linksalternativen Buchladen (eine untergegangene Welt) ausgebildet, wechselte er schließlich politische gegen ästhetische Inhalte ein und war lange in Kunst- und Fotobuchhandlungen (eine untergehende Welt) tätig. Irgendwann entschied er sich, das Leben außerhalb der Bücherauslagen kennenlernen zu wollen. Nach einem Studium der Kulturwissenschaften konnte er nicht wirklich loslassen: er arbeitete für verschiedene Fotobuchverlage. Heute ist er freier Autor, schreibt für Magazine und fügt (Foto-)Büchern Texte bei. Er bloggt für PHOTONEWS-Blogbuch und Leica Fotografie International. Er ist Kurator der Hamburger FREELENS Galerie und hat mit Kai Cassuben soeben die Schriftenreihe des Instituts für Erhabenheit und Prägung ins Leben gerufen. Sonntags kann man ihn ab und zu in einer Fotobuchhandlung arbeitend vorfinden. Er hat nie mehr Charts-Musik gehört.

A book must be the axe for the frozen sea within us. The sentence is from Franz Kafka. From Cliff Richard: Red lips are the seventh heaven so close. Peter Lindhorst was born exactly at the time that the number one hit Lucky Lips crackled out of all of the transistor radios in West Germany. Lindhorst loves books that have the power to burst the blocks of ice within us. While others depended on the power of the kiss early on, the library was seventh heaven to him. Early passion means professional determination: something to do with books! Trained in a left-leaning, alternative bookstore (now a lost world), he ultimately exchanged political content for aesthetic content and spent a long time working in art and photography bookshops (a world that is rapidly sinking). At some point he decided to become more familiar with life outside of book displays. Even after earning a degree in cultural studies, he could not really let go, however, and worked for a variety of photography book publishers. Today he is a freelance author, writing for magazines and photography books. He blogs for PHOTONEWS-Blogbuch and Leica Fotografie International. He is also curator of the FREELENS Galerie in Hamburg. Lindhorst and a friend even founded the monograph series for the Institut für Erhabenheit und Prägung (Institute for Sublimity and Influence). On occasional Sundays he can be found working in a photography bookstore. He never listened to the hit parade again.

Ausflüge in den Garten.

 

http://nicomichaelsen.com

Nico Michaelsen – Botanica

 

Um mich der Erschöpfung des Großstadtdaseins zu entziehen, setze ich mich manchmal einfach auf mein Fahrrad und verreise. Meine Reise dauert kaum länger als drei Minuten, bis ich die beschauliche Stille einer exotischen Welt erreicht habe. Auf meinen Streifzügen darin bewege ich mich vielleicht zunächst in Richtung Südamerika, zu Wüstengärten, die unter den Glaspyramiden liegen oder zum chinesischen Pavillon. Einen Moment verharre ich ehrfurchtsvoll im Garten der Giftpflanzen, an anderer Stelle  studiere ich die Vegetation des europäischen Hochgebirges. Schließlich suche ich mir im Schatten des Bambus ein Plätzchen, um mich dort niederzulassen oder bewege mich in den Duftgarten, um meinen Geruchssinn zu üben.

 

Nico Michaelsen - Botanica

Nico Michaelsen – Botanica

Es gibt ihn tatsächlich. Diesen Ort, der all dieses bietet und dessen ganze Vielfalt  man vollständig in wenigen Minuten flanierend erobern kann. Der Botanische Garten in Hamburg dient dem gestressten Großstädter zum erholsamen Verweilen, zur Inspiration oder zum ensthaften Pflanzenstudium.

 

Auch Nico Michaelsen ist ein häufiger Nutznießer dieses Gartens. Begegnet bin ich ihm dort noch nie, denn er bewegt sich auf (Gedanken-)Pfaden, die etwas abseits liegen. „Über mehrere Jahre ging ich immer wieder in den Botanischen Garten und war froh, wenn ich mit einigen brauchbaren Bildern nach Hause gekommen bin. Wenn man erst einmal ein Konzept entwickelt hat, folgt der Blick nur dessen Umsetzung, es hilft bei der Suche der Bilder und gibt die Richtung vor. Dennoch war schwer, einem Ort, den ich gut kannte, Neues abzugewinnen.“ Genau das aber gelingt ihm, Nico Michaelsen erweitert die Perspektive auf einen vertrauten Ort. Denn er verfällt – im Gegensatz zu mir – nicht ausschließlich dem ästhetischen Reiz der geformten Landschaft, wenn er mit seiner Kamera unterwegs ist. Fotografie bietet ihm ein geeignetes Mittel, über Formgebung, Ordnung  und Nutzung eines artifiziell angelegten Landschaftsraumes zu reflektieren. Seine Arbeit zeigt zugleich, wie sich ästhetische Einflüsse und gesellschaftliche Zusammenhänge in den geschaffenen Natur-Räumen sedimentieren.

 

Nico Michaelsen - Botanica

Nico Michaelsen – Botanica

In seinen fotografischen Arbeiten unterwandert er das Ideal eines unberührten, paradiesischen Ortes. So zeigt er uns einerseits einen japanischen Garten, in leichten Nebel eingetaucht, als perfekte Illusionsmaschine (bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass der künstlich angelegte See mit einer dünnen Eisschicht überzogen ist). An anderen  Stellen im Garten sind immer wieder Zeichen der Eingriffe und der Korrekturen erkennbar: Die Stutzung natürlichen Wachstums, Beschriftungen, Absperrungen, Warnschilder, Abdeckplanen.

 

Nico Michaelsen - Botanica

Nico Michaelsen – Botanica

 

Der Fotograf führt den Botanischen Garten als einen Ort der Sinnlichkeit vor, der gleichzeitig funktionalen Ansprüchen gerecht werden muss. Und so blicken wir in Ausstellungsräume, die Schnittstellen zwischen konsumistischen Vergnügen und didaktischem Auftrag bilden. Orte, die botanische Systematisierungen beherbergen und die intellektuelle Auseinandersetzung mit Eigenarten (und Gefährdungen) von Pflanzenarten befördern wollen. Der optische Widerspruch von isoliertem Gewächs und aufgeräumten, klinischem Raum vermittelt ein hohes Maß an Absurdität. Das ist nur ein Beispiel – das Subversive lauert überall hinter seinen analytischen Beobachtungen. Botanica irritiert den Betrachter, es amüsiert ihn und lässt ihn ein Stück weit melancholisch zurück.

 

Nico Michaelsen - Botanica

Nico Michaelsen – Botanica

Nachtrag: Einem Zufall ist es zu verdanken, dass diese Arbeit hier heute gebloggt wird. Vor einiger Zeit kam ich mit Nico während einer Empfehlung eines Fotobuchs ins intensive Gespräch. Irgendwann erwähnte er eher schüchtern, dass er selbst fotografiere und er präsentierte die Serie „Botanica“, die mir sofort gefiel. Der gelernte Ingenieur für Biotechnologie arbeitet seit längerem in der Pharmaforschung. Auch wenn er nicht professioneller Fotograf ist, betreibt er die Fotografie mit einem professionellen Anspruch. „Ich habe schon, wie viele andere Amateure, lange und viel fotografiert, bis das Interesse verloren ging. Ich wollte keine Sonnenuntergänge, Türen und Fenster mehr fotografieren. Ich merkte schnell, was viele Hobby-Fotografen vergessen haben, dass Technik nicht alles ist. Ästhetik in Bildern hat seine Berechtigung, darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Ich begann Fotobücher zu sammeln und mich mit Fotokünstlern intensiv auseinander zu setzen. Früher kam es mir auf Ästhetik in den Bildern an, heute schaue ich auf so viel mehr. Meine Bilder, ob als Einzelbilder oder als Serie, „verdichten“ einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Absicht. Fotografie ist ein perfektes Medium zur Vermittlung.“ Fotografie stellt für ihn eine kreative Ausdrucksweise dar, die er immer wieder neu austestet und erweitert. Und in der es für ihn immer noch mehr zu lernen gibt. Eine Serie mit dem schönen Titel „Das Norderstedter Gefühl“, die einen anderen Hamburg-Schauplatz behandelt, ist angekündigt. Ich warte mit Spannung darauf.

 

Nico Michaelsen - Botanica

Nico Michaelsen – Botanica

Weitere Infos siehe: http://nicomichaelsen.com

Hundertdreiundvierzig Zentimeter lieben.

 

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Vor einigen Tagen fiel mir eine Zeitung in die Hand, die mich erst neugierig und dann ein wenig sprachlos machte. Auf der Titelseite in nüchterner Typographie nichts weiter als eine Größenangabe: HUNDERTDREIUNDVIERZIG ZENTIMETER. Schlägt man die Zeitung auf, werden einem wunderbare Porträts einer jungen Frau präsentiert, die mit harschen Zitaten kontrastiert sind. Beispiel gefällig? “Treib es ab und versuch es nochmal. Es wäre unmoralisch, es in die Welt zu setzen, wenn du eine Wahl hast.” Das ist ein Tweed des Biologen und Religionskritikers Richard Dawkins, der 2013 in einer Umfrage der britischen Zeitschrift Prospect immerhin zum weltweit wichtigsten Denker gekürt worden ist. Nur eine von mehreren Aussagen, in denen ein völliges Unverständnis formuliert wird – darüber, dass Mütter und Väter eine andere Wahl treffen und sich bewusst für ein Kind mit Trisomie 21 entscheiden könnten. Behinderte Menschen haben in einer Optimierungsgesellschaft keinen Platz.

Marina hat einen Platz. Sie hat eine Familie, Freunde, eine Arbeit. Sie ist 143 cm groß,  26 Jahre alt und die Schwester der Fotografin Sabine Lewandowski. Sie ist mit dem Down-Syndrom auf die Welt gekommen. Sabine Lewandowski präsentiert ihre Schwester in einer ungewöhnlichen Porträtserie, anbei stellt sie einen überaus persönlichen Text. Auf mich wirkt das sehr lange nach…und ich möchte mehr wissen.

 

Was war der Anlass für dein Projekt?

Sabine Lewandowski: Anlass war meine bevorstehende Bachelor-Arbeit, bei der ich mich mit einem persönlichen Thema beschäftigen wollte. Aufgrund meines familiären Hintergrunds und der immer wieder aufkommenden Diskussionen zu Trisomie 21 lag es für mich nahe, meine Sicht auf fotografische Weise darzustellen und später mit den recherchierten Zitaten zu ergänzen.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Jeder will ein Buch machen. Du hast ein Journal gemacht – warum?

Meine Intention zu HUNDERTDREIUNDVIERZIG ZENTIMETER war, die Öffentlichkeit mit dem Thema anzusprechen und zu konfrontieren. Eine Zeitung trägt im Gegensatz zu einem Buch eine gewisse Leichtigkeit mit sich, wobei ihre Mitteilungen nicht an Gewicht verlieren, sie wird für ein breites Publikum hergestellt und von unterschiedlichen Altersgruppen wahrgenommen.

Welche Auflage machst du und wo ist die Zeitung gedruckt?

Die Zeitungen wurden bei einer Druckerei in London gedruckt, die sich auf Zeitungen spezialisiert hat. Ich habe mit einer kleinen Auflage begonnen, um das Journal finanzieren zu können. Aufgrund der hohen Nachfrage, wurde mittlerweile die 3. Auflage mit je 20 Exemplaren gedruckt.

Warum arbeitest du so stark mit Zitaten, die, um im Bild der Zeitung zu bleiben, wie Schlagzeilen wirken?

Die Zitate schaffen eine zusätzliche Ebene zu den emotionalen Bildern. Sie sind der Kontrast zu den weichen Fotos und bilden eine Haltung unserer modernen Gesellschaft ab. Sie zeigen, was einzelne Menschen beschäftigt, welche Fragen gestellt werden und wie letztendlich der Umgang mit dem Down-Syndrom ist.

Geben die drastischen Zitate nicht die Vorurteile und Meinungen einzelner verwirrter bzw. konservativer Kräfte wieder, während der gesellschaftliche Diskurs schon viel weiter vorgedrungen ist? (Inklusion als pädagogisches Schlagwort, Teilhabe in neuen Berufsfeldern etc.).

Natürlich sind es nur einzelne, von mir ausgewählte Aussagen, die in der Zeitung sehr komprimiert und geballt wirken. Es gibt durchaus positive Stimmen zum Down-Syndrom. Mit meiner Arbeit ging es mir nicht darum, die Inklusion voranzutreiben. Meiner Meinung nach sollte diese je Einzelfall entschieden werden. Vielmehr hinterfrage ich die Wertigkeit eines Menschen in der Gesellschaft, Entscheidungen über ein Leben und das Streben nach Perfektion in der Welt. Alle Zitate geben eine Haltung wieder, die den Umgang mit dem Down-Syndrom aufzeigen. Es wird ein Wertesystem vorgegeben, nachdem es unverantwortlich ist, ein Kind mit Behinderung zur Welt zu bringen. Das zeigt nicht zuletzt die hohe Abtreibungsquote von über 90% bei der Diagnose Down-Syndrom.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Wie würdest du dein Konzept zu HUNDERTDREIUNDVIERZIG ZENTIMENTER allgemein beschreiben?

Mir fiel es bei dieser Arbeit schwer, von Anfang an einem durchdachten Konzept zu folgen. Ich hatte einen Gedanken und ließ mich von meiner Intuition leiten. Das Konzept hat sich sozusagen Schritt für Schritt zusammengesetzt. Bei den Fotos war es mir wichtig, das festzuhalten und wiederzugeben, was mir an Marina vertraut ist, was ich kenne und auch nach außen transportieren wollte: ganz normale Momente des Alltags und unterschiedliche Facetten, die Marinas Persönlichkeit ausmachen. Als ich mich mehr mit dem Thema der pränatalen Diagnostik, persönlichen Geschichten und den aktuellen Schlagzeilen beschäftigt habe, wuchs der Wunsch, die Arbeit mit einer weiteren Ebene zu ergänzen.

Immer wieder werden fotografische Klischees reproduziert, wenn es um einen Protagonisten mit Behinderung geht. Du schaffst eine ganz eigene Ästhetik, die die Konzentration auf die Persönlichkeit legt, auf Innerlichkeit und den Gefühlsausdruck des Individuums. Wolltest du dich von den üblichen Sozialreportagen bewusst wegbewegen?

Ja. Trisomie 21 ist ein Gendefekt, der sich zuerst an äußeren körperlichen Merkmalen ausdrückt. Die damit verbundenen Klischees sind für einen Fremden erst einmal schwer zu durchdringen. Mit einer Sozialreportage hätte ich vermutlich nur ein weiteres Klischee bedient. Marinas Down-Syndrom ist für mich zweitrangig, in erster Linie ist sie meine Schwester – mit ihrer eigenen Persönlichkeit, ihren Stärken und Schwächen. Ich wollte Momente aus ihrem Alltag und ihren unterschiedlichen Facetten festhalten – die Mischung aus beidem ergibt für mich erst eine komplexe Darstellung ihres Wesens.

„Loving her is a splendid adventure“, schreibst du ganz am Ende. Ist die Geschichte also weniger eine über eine junge Frau, die mit Trisomie 21 lebt, sondern eine, die über die Beziehung zweier Schwestern berichtet?

Natürlich erzählt die Arbeit von allem ein bisschen… Es ist die harmonische Beziehung zueinander, die diese Serie erst möglich gemacht hat.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Wie lange hast du an der Serie gearbeitet?

Das Gesamtprojekt HUNDERTDREIUNDVIERZIG ZENTIMETER ist im Zeitraum von 15 Wochen entstanden.

Wie findet deine Schwester, dass sie Hauptperson einer Zeitung ist? 

Marina blättert jeden Morgen in der aktuellen Tageszeitung. Für sie ist es etwas Besonderes, nun ihre eigene Zeitung in den Händen zu halten. Die Bedeutung, die ihre Fotos angenommen haben, ist ihr allerdings nicht bewusst.

Fiel es dir an irgendeiner Stelle schwer, dein Privatleben zu einem fotografischen Sujet zu machen?

Da es nicht nur ein Teil meines Privatlebens, sondern auch meiner Familie ist, gab es immer wieder Momente, in denen ich mein Gewissen hinterfragt habe. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe. Mein persönlicher Bezug gibt den Fotos die Nähe und die Ausdrucksstärke, die ich als Außenstehende nicht hätte festhalten und transportieren können.

Apropos privat: Wie wichtig war es dir, einen eigenen, sehr persönlichen Text am Ende einzubauen, der deine Haltung noch einmal klarmacht und deine Schwester in kluger und anrührender Weise darstellt?

Anfangs hatte ich keinen persönlichen Text vorgesehen. Ich habe immer wieder versucht, meinen Standpunkt möglichst unkommentiert durch die Fotos wiederzugeben. In Gesprächen mit meiner Familie, Freunden und Professoren wurde mir bewusst, dass mancher Leser meine Intention zu dieser Arbeit erst durch den persönlichen Text besser erfassen kann.

Wie sind die allgemeinen Reaktionen auf die Serie?

Die Reaktionen auf die Serie waren durchgehend positiv. Viele Menschen haben interessiert nachgefragt, Zeitungen bestellt und die Fotos aufmerksam studiert. Es gab die unterschiedlichsten Gespräche. Persönliche Geschichten, die sich in der Arbeit wiedergefunden haben und Rückfragen von Menschen, die bisher gar keine Berührungspunkte mit Trisomie 21 hatten. Wenn Vorurteile vorhanden sind, versuche ich diese zu hinterfragen. Gerade bei solchen sensiblen Themen, ist es wichtig, zuzuhören und ein Verständnis zu entwickeln. Erst dann wird ein wertvolles Gespräch auf Augenhöhe möglich, ohne kämpferisch auf seinem Standpunkt zu beharren.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

Sabine Lewandowski. Hundertdreiundvierzig Zentimeter.

HUNDERTDREIUNDVIERZIG ZENTIMETER, 60 S., 29 x 37,5 cm,  21,00 €

Weitere Infos: http://sabinelewandowski.com

Bis zum 23. Mai ist die Arbeit auch als Ausstellung in der Stadtbibliothek Bremen zu sehen: http://www.stabi-hb.de/Veranstaltungen.html?zg1=&zg2=&bib=&vaid=5299

Find a Fallen Star – Im Gespräch mit Regine Petersen.

 

Regine Petersen: Kanwarpura (Leading Face)

Regine Petersen. Kanwarpura (Leading Face). The Indian Iron.

In den fünfziger Jahren fällt ein Stein fällt durch das Dach eines Hauses im Alabama und verletzt eine Frau. In einem Dorf in Nordrhein-Westfalen hören Kinder ein Summen wie von einem Propeller, als plötzlich etwas zu Boden fällt. Sie finden einen Meteoriten, den sie in mehrere Stücke schlagen und untereinander aufteilen. Zwei Hirten in Rajasthan werden 2006 Zeugen eines seltenen Meteoritenfalls, der sich unweit eines Atomkraftwerks ereignet. Regine Petersen hat diese “Fälle” zum Anlass genommen, die Orte aufzusuchen, Augenzeugen zu befragen, Dokumente zu recherchieren und mit ihren eigenen assoziativen fotografischen Arbeiten zu ergänzen. Die Serien der Hamburger Fotografin wurden mehrfach ausgezeichnet und sind jetzt in einem wunderbaren neuen Buch erschienen. Ein guter Anlass, bei der Fotografin einmal nachzufragen:

 

Hast du jemals einen Meteoriten in der Hand gehalten? 

Regine Petersen: Das ist ein schöner Einstieg in ein Gespräch. Ich habe alle möglichen Meteoriten in der Hand gehalten, von kleinen steinigen Krümeln bis hin zu schweren Eisenbrocken. Ich finde, es ist ein schönes Gefühl. Sie sind schwerer, als man erwartet und die steinigen Körper haben oft eine samtige Oberfläche, die beim Flug durch die Atmosphäre entstanden ist. Ich habe auch schon selbst kleine Meteoriten in der Wüste gefunden – das ist noch aufregender.

 

Wie kommt man als Fotografin dazu, sich ausgerechnet für ein Thema wie Meteoriten zu interessieren, das eigentlich Domäne der Wissenschaft ist? Hattest du von Anfang an Vertrauen darauf, dass dein Thema sich fotografisch aufbereiten lässt?

Ich interessiere mich für wissenschaftliche Themen. Ich denke auch, dass es einige Schnittpunkte zwischen Kunst und Wissenschaft gibt, vordergründig ein Interesse an rätselhaften Dingen. Ich sehe viele Analogien zwischen Meteoriten und der Fotografie, z.B. wenn man anfängt, Meteoriten als Zeitkapseln zu betrachten. Sie sind Zeugen der Entstehung des Sonnensystems und die ersten Staubkörnchen aus der Zeit sind in ihnen noch enthalten. Die existenziellen Fragen, die wir uns stellen – wer sind wir, woher kommen wir usw., all das sehe ich auch in der Fotografie. Aber Meteoriten spielen nicht nur in der Wissenschaft eine große Rolle, sondern generell in der Menschheitsgeschichte; in der Religion und im Leben derer, die beobachtet haben, wie sie vom Himmel fallen. Man kann sie aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachten, kosmologisch, metaphysisch, historisch oder als Sammlungsobjekt.

Aus irgendeinem Grund hatte ich nie Zweifel an dem Projekt. Auch wenn ich nicht genau wusste, wohin mich die Reise führt, hat es sich von Anfang an richtig angefühlt.

Regine Petersen: Ann.

Regine Petersen. Ann. (Stars Fell on Alabama).

Beschäftigt man sich erst mal intensiver mit dem Thema, erfährt man, dass es im Lauf der Zeit eine Reihe von verbürgten Fällen gibt. Wieso hast du gerade diese drei Fälle rausgesucht? Wofür stehen die beispielhaft?

Ja, es gibt unzählige Geschichten über Meteoritenfälle. 100 davon habe ich in einem Text-Büchlein zusammengefasst, welches ich ein paar Monate vor Find a Fallen Star herausgebracht habe. Die drei Geschichten haben mich aber nachhaltig beschäftigt und es gab interessante Entwicklungen bei der Recherche vor Ort. Die Fälle waren relativ komplex und es kristallisierten sich bei allen ähnliche Fragestellungen heraus, etwa was die Konstruktion von Geschichte betrifft. Es geht neben den Erzählungen ja auch immer darum, was nicht in Erscheinung tritt, sei es durch selektive Wahrnehmung, mangelndes Erinnerungsvermögen, unvollständige oder sich widersprechende Fakten oder Sprachbarrieren. Die Geschichten sind voller Lücken und das meiste bleibt im Verborgenen. Da ist auch einfach die Erkenntnis, dass ich, egal wie viel ich recherchiere, den Dingen schlussendlich nicht vollständig auf den Grund kommen kann. Bei jedem der drei Kapitel fand ich es außerdem interessant, wie sich das Leben der Betroffenen verändert hat, und wie sehr so ein Ehrfurcht gebietendes, kosmisches Ereignis im Kontrast stehen kann zu den Alltagsumständen vor Ort.

Mir war bei der Zusammenstellung der Kapitel allerdings wichtig, dass sie an unterschiedlichen geografischen Orten stattfinden. Meteoritenfälle sind ein globales Phänomen, und die Reaktionen darauf sind je nach kulturellem Hintergrund entsprechend unterschiedlich. Auch muss ich mich selbst immer wieder anders positionieren.

Der Aspekt des Zufalls und der Gegensätze interessiert mich. Was passiert, wenn man eine Kleinstadt in Alabama, in Nordrhein-Westfalen und ein kleines Dorf in Indien in einem Buch zusammenstellt? Es sind Orte, die für die Öffentlichkeit erstmal nicht beachtenswert erscheinen. Aber ein Meteorit fällt eben auch auf unscheinbare Orte, und die sind nicht weniger interessant und können sowohl über die persönlichen Lebensumstände der Beteiligten etwas erzählen, als auch über allgemeine Umstände der Zeit.

Regine Petersen: Merkel's Junkyard. (Stars Fell on Alabama).

Regine Petersen. Merkel’s Junkyard. (Stars Fell on Alabama).

Wie lange hast du an einem „Fall“ gearbeitet? Mich interessiert der Aspekt der Recherche. Wieso hast du Meteoritenfälle gewählt, die so lange zurück liegen oder deren Fundort so weit entfernt ist wie Indien. Bist du jemand, der sich gerne in Geschichten verbeißt und den es reizt, mit Unwägbarkeiten umzugehen?

 Die Unwägbarkeiten und Überraschungen sind der eigentliche Grund, weshalb ich das alles mache. Es geht mir in erster Linie darum, zu lernen und mit meiner Arbeit zu wachsen. Das Recherchieren macht mir dabei ebenso viel Spaß wie das Fotografieren. Im Endeffekt geht es immer darum, Dinge zu finden. Dass die Vorkommnisse aktuell sind, ist mir dabei nicht wichtig, vielleicht wäre das sogar eher hinderlich. Mich interessiert bei der Arbeit, wie Geschichte konstruiert und wie Zeit wahrgenommen wird. Das Motiv der Erinnerung und der menschlichen Fragilität, Dinge, die im starken Kontrast stehen zu einem 4.5 Milliarden alten Meteoriten, der die Erinnerung an die Anfänge noch in seinem Inneren trägt.

Wie lange ich an den jeweiligen Kapiteln gearbeitet habe kann ich Dir gar nicht genau sagen. Das war nicht linear, ich bin immer wieder zu den einzelnen Fällen zurückgekehrt. In Alabama war ich einen Monat lang vor Ort, nach Indien und Ramsdorf bin ich mehrmals gereist. Recherchiert habe ich aber eigentlich die ganze Zeit.

Regine Petersen. Angle #2 (Impact Site). (Fragments).

Regine Petersen. Angle #2 (Impact Site). (Fragments).

Wie würdest du deine Intention als Fotografin beschreiben? Ist dein fotografischer Ansatz in „Fallen Stars“ eher positivistisch zu nennen? Oder geht es darum, die Vorfälle, die oft nur auf mageren und/oder ungesicherten Tatsachen beruhen, mit Eigeninterpretation zu füllen und Fiktion zu schaffen? 

In der Fotografie liegt ja immer alles im Dazwischen und in der Ambivalenz. Erst wenn es verschiedene Perspektiven gibt, wird es interessant. Die wissenschaftliche, abgeklärte Seite ist in mir, aber ich arbeite sehr intuitiv und bin auch manchmal anfällig für magisches Denken. Bei der Fotografie ist das ähnlich, sie ist ein Fragment der Realität, welches auf etwas anderes, größeres verweist. Auf eine Komplexität, die außerhalb unserer Wahrnehmung existiert. Mit dem Wort “Fiktion” habe ich in Bezug auf meine Arbeit so meine Probleme, aber was Du über die Eigeninterpretation sagst, stimmt. Ich finde es schön, wenn Fotografie einen Raum zum Nachdenken ermöglicht.

Regine Petersen. The Contract. (Fragments).

Regine Petersen. The Contract. (Fragments).

 

Das Design deines Buches ist interessant. Die Weise, wie du dein Material letztendlich aufbereitest und in unterschiedlicher Weise und Länge präsentierst. Warum hast du die drei Themen in der Publikation so stark voneinander gelöst (Jeder Fall erscheint in einem Einzelband). Ging es dir darum, die Singularität des Ereignisses herauszuarbeiten?

Ja, genau. Das war aber eine formale Entscheidung, die erst später kam; mein erster Dummy hatte noch alle Kapitel in einem Buch. Das hat nicht funktioniert. Jeder Fall hat seine eigene Stimmung, und das erste und zweite Kapitel haben auch eine tragische Ebene. Ich fand es nicht gut, von einer Geschichte abrupt in die nächste geworfen zu werden und wollte den Personen im Buch mehr Raum geben. Es wurde dann ein Schuber mit drei Bänden daraus, der die Kapitel zusammenhält und gleichzeitig voneinander trennt.

 

Würdest du sagen, dass das Buch das geeignete Medium darstellt, um dein Thema optimal aufzubereiten (im Gegensatz zur Präsentation in einer Ausstellung)?

Für mich war es zwingend, die Arbeit in Buchform zu präsentieren, auch wenn eine Präsentation im Raum seine ganz eigenen Qualitäten hat. In der Ausstellung gibt es mehr Möglichkeiten über die Größen der Bilder und die Materialität eine Interpretation zu schaffen. Ich kann mit Sound und Objekten arbeiten. Text ist allerdings ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, und das ist in der Ausstellung schwieriger zu realisieren. Um sich mit der Arbeit intensiver auseinanderzusetzen, ist die Buchform hier besser. Man kann sich vertiefen, zurückkehren, wenn man möchte, und neue Bedeutungsebenen herstellen.

 

Ist das Projekt mit dem Buch abgeschlossen und werden deine nächsten Themen ebenfalls naturwissenschaftlich motiviert sein?

Ich lege mich nicht so gern fest, und Fragen, die die Zukunft betreffen, bereiten mir immer ein bisschen Unbehagen. Ich habe mehrere Projekte in Planung, kleine und große, und sie haben nichts mit Meteoriten zu tun. Naturwissenschaft dient hier als ein Ausgangspunkt, aber eigentlich geht es wieder um unterschiedliche Sichtweisen auf eine Thematik.

Regine Petersen. Eye Witness (Gisalal). The Indian Iron.

Regine Petersen. Eye Witness (Gisalal). The Indian Iron.

 

Weitere Info siehe: http://www.reginepetersen.com

Regine Petersen: Find a Fallen Star. Kehrer Verlag. Heidelberg 2015. ISBN 978-3-86828-597-0. Text von Natasha Christia. Gestaltet von Henning Rogge & Regine Petersen. Drei Festeinbände im Schuber, 144 S. mit 78 Farb- und S/W-Abb., € 49,90

“Stars Fell on Alabama” ist noch bis zum 14.6. im Photoforum Pasquart in Biel zu sehen:  http://www.photoforumpasquart.ch/ und bis 7. Juni in Derby in der Quad Gallery: http://www.derbyquad.co.uk/exhibition/format15-beyond-evidence-quad-gallery

 

Auf der Straße nach Süden – en route italia.

 

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Heute läuft es so: den Flug für den Wochenendtrip bestellen, Kriterien für das Hotel in die Suchmaschine eingeben, vorgeschlagenes Hotel kurz auf Google Street View anschauen, auch schon mal ein passendes Restaurant für den Abend über eine Bewertungsplattform checken und die dazugehörigen User-Wertungen lesen; alle Tickets für das Freizeitprogramm am nächsten Tag bestellen, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Zuletzt noch mal schnell schauen, wo die typischen Souvenirs am günstigsten zu kaufen sind… Heute reisen wir zu Orten, die, obwohl wir sie zum ersten Mal besuchen, vollkommen enträtselt sind. Keine Unwägbarkeiten mehr, man weiß genau, was einen erwartet und plant alles durch.

In den fünfziger Jahren gab es ein echtes erstes Mal. Ein Land wie Italien stellte den größten Sehnsuchtsort dar. Einmal die Exotik des” La Dolce Vita”  erleben!  Ein neu erworbener Wohlstand, Massenmobilität und Unternehmungsgeist in den 50er und 60er Jahren ließen diese Sehnsucht wahr werden. Nicht nur die Wirtschaftswunder-Deutschen schwärmten aus. Das war auch in anderen Ländern wie Schweden so, in der sich die wirtschaftliche Situation des Einzelnen entscheidend verbessert hatte. Manch einer erwarb also stolz sein Auto. Der Käfer stand auch bei den Skandinaviern hoch im Kurs und war das meistverkaufte Fahrzeug. Man packte also Familie und Gepäck in das neuerworbene Gefährt und machte sich auf die große Reise über die Alpen. Das Reisen war ein Abenteuer, von dem man später seinen Enkeln erzählen würde.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

“Der zweite Weltkrieg war seit fast zehn Jahren vorbei, der Glaube an die Zukunft groß und Europas Grenzen für den Transitverkehr geöffnet. Jetzt konnte man Europa mit dem eigenen Auto erforschen und dieses Auto war etwas, das man mit Stolz sein eigen nannte“, schreibt Magnus Westerborn im Begleittext seines Buches “en route italia” . Das kommt einem bekannt vor. In den Fotoalben unserer Eltern und Großeltern werden uns die Großereignisse des Lebens vorgeführt. Der Erwerb des eigenen Autos gehört selbstverständlich dazu. Und so sieht man oft die Besitzer vor ihren gerade neu erworbenen Fahrzeugen in stolzer Pose, während die Hand zärtlich über die Motorhaube streichelt. Das neue Auto wird zum eindeutigsten Statussymbol und muss in Bildern entsprechend gewürdigt sein.

Auch in der schwedischen Familie Westerborn wird 1954 ein VW angeschafft und die Eltern brechen, ohne die noch zu kleinen Kinder, ins Sehnsuchtland der Sonne, Kunst und Kultur auf.

2006 entdeckt der schwedische Fotograf Magnus Westerborn das Album seiner Eltern, das von dieser Reise Zeugnis abgibt. Der Sohn erkennt unmittelbar die Qualität dieser Serie. Denn diese erzählt mehr über das Reisen an sich als über die Attraktionen, die die Reisenden im Zielland erwartet (auch wenn man einmal den Schiefen Turm von Pisa im Hintergrund vorgeführt bekommt). In den Fotos sieht man, wie sich das Paar gegenseitig ablichtet, manchmal werden auch Plätze am Wegesrand fotografiert, Gasthöfe, an denen man übernachtet oder Haltestellen an Alpenpässen, wo man kurz die Aussicht genießt. Herr Westerborn porträtiert dann seine Frau, die an den Wagen gelehnt ist. Umgekehrt drückt Frau Westerborn auf den Auslöser, wenn der Gatte  seinen Kopf aus der Seitentür des Autos steckt. Immer ist der Käfer gut im Bild, manchmal wird er auch allein an der Straße oder während eines Stopps am Grenzübergang fotografiert. So weit, so gut.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Magnus Westerborn, der als Fotojournalist tätig ist (von ihm gibt es u.a. eine Arbeit namens “Bikeriders for Jesus”, die auch das Reisen thematisiert), interpretiert die gefundene Serie aus der Schublade der Eltern völlig neu. Er sucht aus den Bildern aus, scannt diese und bearbeitet sie und stellt die Ergebnisse schließlich zu einer lakonischen Serie zusammen. Das Konzept geht voll auf in dem wunderschön gestaltetem Buch. Die Matrix der Bilder bleibt bewusst unscharf, während sich ein Scheinwerfer auf den neuangeschafften VW  und ihre Besitzer zu richten scheint. Schärfe und Weichzeichnung sind Mittel, die in allen Bildern zum Einsatz kommen und diesen eine bizarre Wirkung verleihen. Eine Grandezza strahlt von den Abgebildeten ab, während der Raum, der sie umgibt, von einer melancholischen Leere geprägt zu sein scheint. (Der Tourismusboom ist noch in den Anfängen und die leeren Straßen vermitteln oft eine stille Sakralität). Magnus Westerborn arbeitet in seinen Bildern extrem stark mit den Mitteln der Schärfe und Unschärfe. Und es wird einem unmittelbar klar, dass diese stilistischen Mittel natürlich Metaphern darstellen…Metaphern für die Schärfe der Erinnerung und das Verschwimmen. So ist „en route italia“ eine Serie über die Eltern sowie die eigene Erinnerung und gleichzeitig beinhaltet es eine Reflexion über das Reisen und den unverwandten Blick auf das Unbekannte, das sich zu der Zeit nur originär erfahren lässt (und nicht über das Lesen von User-Wertungen). Für den Betrachter sind die Bilder fremdartig und funkeln in ihrer sentimentalen Schönheit.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Aus dem Buch: Magnus Westerborn. En route italia.

Magnus Westerborn. En route italia. Wikstroom. Örebro, 2104. ISBN 978-91-979769-0-9. 44 S. mit  14 Fototafeln. Hc., ca. 25,00 € 

zu beziehen über: http://www.cafelehmitz-photobooks.com

oder direkt bei dem Fotografen, Email-Adresse: magnus@westerborn.com, (über den Fotografen ist auch eine signierte und nummerierte Edition mit Inkjet-Print erhältlich, Auflage: 25 Exemplare).

Weitere Infos: http://www.magnuswesterborn.com