Archiv für den Autor: Karen Fromm

Über Karen Fromm

Prof. Dr. Karen Fromm, geboren 1968, ist seit 2011 Professorin im Studiengang ‚Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‘ an der Hochschule Hannover (www.fotostudenten.de). Ihre Forschungs- und Lehrgebiete sind Fototheorie, fotografische Bildsprachen und das Dokumentarische in der Fotografie.
Karen Fromm studierte Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften sowie Kultur- und Medienmanagement in Hamburg und Berlin und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema ‚Das Bild als Zeuge. Inszenierungen des Dokumentarischen in der künstlerischen Fotografie seit 1980‘. Ihren beruflichen Werdegang begann sie noch während des Studiums 1995 in der Galerie Pfefferberg, die sie mit zwei Kommilitoninnen in Berlin gründete. 1999 zog sie nach Hamburg und übernahm für das Verlagshaus Gruner + Jahr die Leitung des Referats für Ausstellungen, Corporate Social Responsibility und Corporate Design. Von 2008 bis 2011 war sie in der Photo- und Presseagentur FOCUS Mitglied der Geschäftsleitung und betreute den internationalen Bilder- und Auftragsmarkt. Seit 2010 ist sie 1. Vorsitzende des Freundeskreises des Hauses der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika)

Aus: Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

„The very definition of the real becomes: that of which it is possible to give an equivalent reproduction. The real is not only what can be reproduced, but that which is always already reproduced. The hyper real.“      Jean Baudrillard

 

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Max Ernst Stockburgers „アメリカ“ (Amerika) ist eine von zehn Arbeiten, die die Absolvent*innen des aktuellen Abschlussjahrgangs des Studiengangs ‚Fotojournalismus und Dokumentarfotografie‘ der Hochschule Hannover in der vergangenen Woche als ihre Bachelorprojekte präsentiert haben. (http://www.fotostudenten.de/bachelorausstellung-in-der-gaf-hannover/)

Mit Motorroller, Zelt und Großformatkamera war Max Ernst Stockburger in Japan unterwegs, er legte mehr als 35.000 Kilometer zurück und durchquerte dabei 46 der 47 Präfekturen. Motorroller und Zelt waren für ihn nicht nur Mittel zum Zweck, sondern essentieller Bestandteil seiner Arbeit. Sie machten es nicht nur möglich, bis in die entlegensten Ecken Japans vorzudringen, sondern auch intensiv in den Austausch mit der lokalen Bevölkerung zu treten.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Zu Beginn seiner Reise war Max Ernst Stockburger überrascht, dass in Japan, einer seiner Erwartung nach dem Westen völlig fremden Kultur, die visuelle Hegemonie der USA in Form von Mode, Architektur und Lifestyle omnipräsent zu sein schien. Je mehr sich das scheinbar ‚Amerikanische‘ in seine Bilder von Japan einschrieb, umso mehr wich seine Dokumentation Japans der Simulation Amerikas und wurde zum Prinzip. Die Mattscheibe seiner Großformatkamera war nicht mehr Fenster zur Welt, sondern Projektionsfläche derselben. „アメリカ“ (Amerika) zeigt, wie die Wirklichkeit zum Bild und das Bild zur Wirklichkeit wird, denn die fotografierten Gegenstände und Szenerien sind nicht mehr länger allein als das Resultat des medialen Einflusses des Mythos ‚Amerika‘ zu lesen, sondern werden selbst Teil dieses Mythos.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Max Ernst Stockburger „アメリカ“ (Amerika), 2016.

Weitere Bilder und Projekte unter: www.mxrnst.com