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Im Dezember finden Sie hier unsere Weihnachtsbuchtipps für alle, die gerne Fotobücher verschenken - vielleicht auch für sich selbst?

Fotografie an der Grenze: Arnulf Rainer in Baden-Baden

Liebe Freundinnen und Freunde,

in diesem Monat beschäftige ich mich mit fotografischen Grenzphänomenen. Fotografie als Experiment, Fotografie an der Grenze zu Film, Malerei und Skulptur. Ich finde: Fotografie entfaltet ihre Kraft vor allem, wenn sie gegen sich selbst denkt. Ein schönes Beispiel dafür ist das künstlerische Werk von Arnulf Rainer, das derzeit in Baden-Baden präsentiert wird.

 

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Wie nur wenigen Künstlern unserer Zeit ist es dem 1929 in Baden bei Wien geborenen Österreicher Arnulf Rainer gelungen, einen eigenen Stil zu etablieren. Seine Techniken der Übermalung setzten ein Ausrufezeichen in der Kunstwelt. Heute ist Arnulf Rainer der wichtigste österreichische Künstler der Gegenwart – mit einem eigenen Museum in Baden bei Wien. Studiert hat er nur kurz: einen Tag an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, drei Tage an der Akademie. Dann brach er ab. Er war stets zu nonkonformistisch, wollte seinen eigenen Weg gehen, ließ sich anfangs vom Surrealismus Bretons beeinflussen – und fand schließlich in seinen Übermalungen fremder Bilder und eigener Fotografien einen ureigenen Weg.

 

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Bis zum 3. Mai ist im Museum Frieder Burda in Baden-Baden nun eine Ausstellung zu sehen, die in Kooperation mit der Albertina in Wien entstanden ist. Auch, wenn der Schwerpunkt auf dem malerischen Werk von Arnulf Rainer liegt, so ist die Präsentation dennoch für Liebhaber der Fotokunst interessant: Arbeiten wie „Ein Ruf (Face Coloration)“ (Ölkreide auf Fotografie) oder „Schwarze Rinnen“ (Öl und Kohle auf Fotografie) belegen die experimentelle Kraft des Künstlers gerade in der Auseinandersetzung mit der Fotografie. „Es gibt für Rainer nichts mehr mitzuteilen außer der Vergegenwärtigung seiner eigenen Existenz“, resümiert Kurator Helmut Friedel.

Autor: Marc Peschke

www.museum-frieder-burda.de