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Nachruf Jacqueline Hassink

Jacqueline Hassink wurde im Juli 1966 in Enschede in den Niederlanden geboren und lebte in New York City. Bekannt wurde sie für ihre globalen Kunstprojekte, die sich mit der Welt der Wirtschaftsmächte befassen. Am letzten Donnerstag verstarb Jacqueline Hassink im Alter von 52 Jahren an den Folgen ihrer Krankheit.

»Mit Jacqueline Hassink verlieren wir eine talentierte Künstlerin, der es gelang, abstrakte Sachverhalte in konkrete Bilder zu übersetzen. Mit ihrem gut geschulten Blick analysierte sie, inwieweit ökonomische Kräfte unseren Alltag verändern und wo sie sich manifestieren. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden«, so Hatje Cantz Verlegerin Nicola von Velsen.

Ihrem ersten Kunstprojekt The Table of Power (1993-95) folgten bald die weiteren Projekte Female Power Stations: Queen Bees (1996-2000), Mindscapes (1998-2003), Car Girls (2002-08). Arab Domains (2005-2006), The Table of Power 2 (2009-11), View, Kyoto (2004-2014) und Unwired (2010-17).


Ihre Arbeiten wurden vielfach gesammelt und ausgestellt, unter anderem im Huis Marseille in Amsterdam; Fotomuseum Winterthur und Museum für Gestaltung in Zürich; International Center of Photography in New York, Museum of Photographic Arts in San Diego; Museum of Contemporary Canadian Art, Toronto; Tokyo Metropolitan Museum for Photography; Saatchi Gallery; Victoria and Albert Museum in London; Fondation Cartier pour l'art contemporain, Paris; Bologna Museum of Modern Art; Guangzhou Museum of Modern Art; Istanbul Modern, Folkwang Museum, Essen und National Gallery of Modern Art in Neu Delhi.


Erst im Januar 2018 veröffentlichte Hassink mit Hatje Cantz ihr jüngstes Buch Unwired. Für das Projekt führte sie zwei fotografische Serien zusammen, die sowohl die Allgegenwart von Digitalität als auch ihre absolute Abwesenheit porträtiert. Die gleichnamige Ausstellung wurde im Nederlands Museum for Photography in Rotterdam eröffnet, im Sommer 2018 wurde die Serie in der Benrubi Gallery in New York gezeigt.


Hassink hatte Gastprofessuren an der Harvard University und am International Center for Photography in New York konzeptionelle Fotografie. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod in den USA mit Stationen in Norwegen, Kanada, China, Großbritannien, Finnland, den Niederlanden, der Schweiz, Südafrika und Japan.


Sie war die Gewinnerin des Rencontres d'Arles 2002 Unlimited Award und des Dutch Doc Award 2013. Sie wurde für den Prix Pictet 2012, einen der prestigeträchtigsten Preise der Welt, nominiert. 2013 wurde sie für den Henri-Cartier-Bresson-Preis nominiert und stand auf der Shortlist des Prix Pictet. 2017 gewann sie den Dutch Design Award für die White Spots App, die von Richard Vijgen in Zusammenarbeit mit Bregtje van der Haak entwickelt wurde. Ihr Buch The Table of Power 2 wurde für den Paris Photo / Aperture Book Award 2012 als eines der besten Fotobücher des Jahres nominiert. Im selben Jahr wurde das Buch für den PHotoEspaña Best Photography Book of the Year Award nominiert und erreichte den zweiten Platz. Ihr Buch View, Kyoto, gewann den Silver German Photography Book prize 2015.


Hassinks Arbeiten wurden u.a. in der Financial Times, in Le Monde, in der New York Times, in El Pais, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der Süddeutschen Zeitung, in De Standaard, der NZZ, und in Wired gezeigt und besprochen.

26. November 2018

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