Kuratieren 2: Joel Meyerowitz, CO Berlin

Joel Meyerowitz, Presseführung, CO Berlin, 8. Dezember 2017. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz, Presseführung, CO Berlin, 8. Dezember 2017. Foto: Nadine Barth

Eingang zur Ausstellung "JOEL MEYEROWITZ: Why Color?"

Eingang zur Ausstellung “JOEL MEYEROWITZ: Why Color?”

Er ist einer der Stars der New Color Photography, dieser Bewegung in den 1970er Jahren, als sich eine junge Generation von Fotografen in Amerika aufmachte, Farbe als künstlerisches Ausdrucksmittel zu benutzen. Bis dato galt nur Schwarz-Weiß als adäquate Wahl für Fotografie, Farbe war für Hobby-Knipser, galt als gewöhnlich und wenig kunstvoll, Walker Evans nannte sie gar „vulgär“. Joel Meyerowitz hatte auch mit Schwarz-Weiß angefangen, bevor er auf Cape Cod die Zeit der „blauen Stunde“ einfangen wollte, und sich dachte, Tradition egal, ich probiere etwas Neues. 1976 war das. Er machte dann Vergleiche, fotografierte mit zwei Kameras, legte die Ergebnisse nebeneinander. Die Farbabzüge gewannen ganz klar.

Joel Meyerowitz, CO Berlin, 8. Dezember 2017. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz, CO Berlin, 8. Dezember 2017. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz & Felix Hoffmann, Press Conference, CO Berlin, December 8, 2017. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz & Felix Hoffmann, Press Conference, CO Berlin, December 8, 2017. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz "Why Color?", CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz “Why Color?”, CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz, New York City, 1976

Joel Meyerowitz, New York City, 1976

Die Idee der Ausstellung mit dem Titel „Why Color?“ setzt genau hier an. Sie stellt die Reihen der Schwarz-Weiß-Abzüge den ersten Versuchen gegenüber, der Farbe zu folgen. Alle Prints, die bei CO Berlin hängen, hat Joel Meyerowitz selbst gemacht. Viele sind über 40 Jahre alt. Und sie zeigen, anders als das, was wir in der heutigen Digitalen Welt gewohnt sind, Unschärfen, Farbstiche, Zwischenräume. Analoge Fotografie eben und analoge Abzüge. Besonders schön: Dye Transfer Prints. Das Verfahren, bei dem mit Gelatine-Druckplatten gearbeitet wird, erzeugt eine hohe Farbsättigung und eine dreidimensionale Anmutung. Nur noch wenige Labore auf der Welt bietet diese Leistung an, in den letzten Jahren wurde Dye Transfer aber wieder vermehrt nachgefragt. Joel Meyerowitz betont, wie wichtig es sei, seine eigenen Abzüge zu machen. Um eine Idee davon zu haben, was man als Künstler ausdrücken möchte.

Installationsansicht Joel Meyerowitz "Why Color?", CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz “Why Color?”, CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz "Why Color?", CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz “Why Color?”, CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz "Why Color?", CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Installationsansicht Joel Meyerowitz “Why Color?”, CO Berlin. Foto: Nadine Barth

Joel Meyerowitz, Sasha, Wellfleet, Massachusetts, 1981

Joel Meyerowitz, Sasha, Wellfleet, Massachusetts, 1981

Der Presse-Tross zieht weiter, dem charismatischen Meister hinterher, fasziniert. Lange Reihen von holzgerahmten Silbergelatine Prints entlang, wir stoppen vor einem Palmenbild, das als Tapete an der Wand klebt, daneben ein kleines mit dem gleichen Motiv. Später frage ich Felix Hoffmann, Kurator der Ausstellung, nach dem Hintergrund dieser Art von Hängung. Er wollte Akzente setzen erklärt er, die Besucher zwischendurch mal aufrütteln, sie eintauchen lassen in die Bilder. Und dann wieder: Schaukästen, die zeigen, wo die Bilder dann „gelandet“ sind: Auf den Titelseiten der Magazine, auf Werbeplakaten für Filme, auf Covern von LPs – etwa dem legendären Album der Pat Metheny Group American Garage von 1979. Die silbernen Trailer glänzen noch heute unter der gleißenden Sonne wie frisch poliert.

Schaukasten der Ausstellung Joel Meyerowitz "Why Color?", CO Berlin

Schaukasten der Ausstellung Joel Meyerowitz “Why Color?”, CO Berlin

Joel Meyerowitz, Florida, 1968

Joel Meyerowitz, Florida, 1968

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. März 2018. co-berlin.org

18Jan 2018Write a comment

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