7 großartige (Foto)Magazine

Einmal die Woche gehe ich Bücher und Magazine anschauen und kaufen. Mein Freund mag es mehr, wenn ich mir alles nur ansehe und dann wieder zurücklege. Das Bücherregal in unserer Wohnung ist längst übervoll und die Stapel auf dem Boden sind schon so hoch, dass sie irgendwann umfallen. Das wird dann aussehen, als hätte jemand mit Büchern Domino gespielt. Und trotzdem gehen wir jeden Samstag zusammen – sofern wir beide am Wochenende zu Hause in Hamburg sind – in die Schanze, um eine Runde durch die Buchhandlung Cohen + Dobernigg zu drehen.

Ich glaube, Cohen + Dobernigg ist die am besten sortierte Buchhandlung in Hamburg, jedenfalls finde ich dort meist eine Neuerscheinung, von der ich nichts wusste. Oder Titel, die andere gar nicht erst in ihr Sortiment aufnehmen würden. In der Buchhandlung im Haus der Photographie informiere ich mich über Fotobücher, sehr oft im Gespräch mit den Mitarbeitern, und bei Gudberg Nerger in der Neustadt gibt es alle Indie Magazine, nach denen ich suche. Ziemlich gut ist, dass man bei Gudberg Nerger einfach sagen kann, hey, was gibt es denn Neues oder besonders Tolles und dann geht man nach zwei Stunden und einer guten Unterhaltung über Fotografie und Magazine mit einem Stapel Heften unter dem Arm oder mit einer Flasche Bier in der Hand nach Hause.

Unregelmäßig meldet sich mein guter Bekannter Tho, auf Instagram als @lastguest_hh bekannt, bei mir und schickt mir Links zu Magazinen, die mich interessieren könnten. Tho bestückt in Hamburg ausgewählte Kaffeeläden mit Indie Magazinen, bei den Public Coffee Roasters in der Neustadt verkauft er sie unter dem Namen Coffee Table Mags – und natürlich im Internet.

Was ich in den letzten Monaten so gekauft habe und empfehlen kann:theonesweloveDer Titel The Ones We Love klingt unfassbar kitschig, aber das macht nichts. Das hier ist die dritte Ausgabe aus dem Sommer 2016. Die Studio Managerin von Alec Soth, Carrie Elizabeth Thompson, sollte mit ihm über sein Projekt Niagara sprechen, das machte sie etwas nervös, weil sie ihn schon so oft Fragen dazu hat beantworten hören. Was sollte sie ihn jetzt noch Neues fragen? Also unterhielt sie sich mit ihm über das Thema Liebe. Ihre erste Frage: “How do you define love?” Er antwortet: “(…) I guess love has to do with the feeling of an external being not being truly separate. You feel like another person is part of you the way your toes are a part of you. But surely there are many different kinds of love. My hands feel like a bigger part of myself than my toes and so on.”

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On top zum Thema Propaganda (Robert Rauschenberg, Christopher Anderson und mehr) dieser Ausgabe kommt Thomas Mailaender und Self Portrait.

The Printed Dog hatte mich sofort als Leser, weil beispielsweise Ryan McGinley seinen Hund Dick fotografiert hat und Juergen Teller Straßenhunde (beides Ausgabe 1). Das Titelbild dieser Ausgabe stammt von Terry Richardson.

Ein bisschen traurig bin ich ja, dass Teenie Magazine Mitte der 90er nicht aussahen wie Sofa von Ricarda Messner und Caia Hagel. Das Thema der zweiten Ausgabe: Cyberlove. Nicht nur für Teenager, natürlich.

Das ist das Jubiläumsheft von Der Greif. Wem Instagram zu durcheinander und unübersichtlich ist, weil mal zu viel und mal zu wenig kuratiert, wird mit dieser, der zehnten Ausgabe sehr glücklich.

Dieses Mal habe ich mir das System Magazin wegen des Beilegers gekauft. Juergen Teller sollte eigentlich Rihanna fotografieren, die musste sehr kurzfristig absagen, deshalb gibt es jetzt also von ihm Waiting vor Rihanna. Juergen Teller, wie er über eine Hanfplantage hüpft usw. usf.

The Travel Almanac lese ich gern wegen der Interviews. Und wenn es eine Titelgeschichte über Taryn Simon gibt, lese ich erst recht.

Vielleicht sollte ich noch kurz etwas zu den Fotos in diesem Beitrag sagen. Es ist schon eine Weile her, dass ich auf Instagram solch ein Foto von mir teilte – Kaffee in der Hand, Magazin auf dem Tisch, Strickjacke an. Meine Follower fanden die Strickjacke ziemlich gut, deshalb ziehe ich sie jetzt immer an, wenn ich ein Foto von einem Magazin teilen möchte. Meine Follower freut das. Kaffee trinke ich eigentlich gar nicht, Cola oder Kakao machen sich aber nicht so gut auf Instagram. Alles recht bescheuert, ich weiß. Wenn Sie mir jetzt trotzdem auf Instagram folgen möchten, bitte hier entlang.

20Oct 2017Write a comment

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