gute aussichten deluxe – new german photography beyond the Düsseldorf School ab 27. April 2017 im Museo de la Cancilleria in Mexico City

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Die Ikone des digitalen Bilder-Alltags: Das Kuss-Selfie als fortwährender Daseins-Beweis, ein “Scatter Face” aus der Serie “Expanded Pictures” von Sarah Strassmann

Zugegeben: Wir haben uns viel vorgenommen. Wo geht es hin mit der jungen Fotografie? Welchen Tendenzen, Ideen und Vorbildern spüren die jungen Fotografen nach, welche Arbeitsweisen verfolgen sie im volldigitalen, komplett mobilen Zeitalter?

Die Ausstellung gute aussichten deluxe – junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule wagt sich an eine Bestandsaufnahme: 22 neue Positionen der gute aussichten Preisträger/innen der Jahre 2004-2015 werden ab Donnerstag, 27. April 2017 im Museo de la Cancilleria in Mexico City (Av. República de El Salvador 47, Centro Histórico, Centro, 06000 Ciudad de México) erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

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Darf’s ein bisschen mehr sein? In diesem Fall wären das dann +20% Magenta und +10% Yellow. Katrin Kamrau macht in ihrer Arbeit „SPEKTRUM*objekt18(portrait)“ die Farbtönung von Fotografien optisch sicht- und köperlich spürbar

Die Ausstellung gute aussichten deluxe – junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule // new german photography beyond the Düsseldorf School spiegelt den Fortbestand und Wandel des Mediums Fotografie in all seinen Facetten und bietet einen einzigartigen Überblick über eine Generation von jungen Fotografen, die das Primat der Düsseldorfer Schule hinter sich gelassen hat und sich visuell klar in der Gegenwart verortet. So hat sich die zeitgenössische Fotografie vom reinen Abbild längst verabschiedet. Die durch die Düsseldorfer Schule postulierte Objektivität des Bildes ist – trotz oder gerade wegen der anhaltenden Bilderflut auf allen medialen Kanälen – dahin.

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“Hunt & paste” könnten wir die gnadenlose Überführung und beispiellose Verfremdung visueller Marker, Logos, Ikonen und Zeichen in neue Bildkompositionen auch nennen, die Marian Luft in seiner Arbeit “Prosumer Affairs” betreibt

Gesucht und untersucht wird von den jungen Talenten, welche Rolle die Fotografie im medialen Kanon der Bilder spielt und welche neuen Ausdrucks- und Erscheinungsformen man ihr entlocken kann. Ausgehend von den Rändern der etablierten Fotografie erweitert sich so das zeitgenössische Bild in aktuelle mediale Ausdrucksformen. Die jungen Lichtbildner nutzen dafür alle Mittel der digitalen und analogen Bilderzeugung und -umsetzung, bedienen sich unterschiedlicher medialer Strategien ebenso selbstverständlich, wie sie mit Bewegtbildern, Sound und der Malerei hantieren oder sich mit ihren Werken installativ in den Raum bewegen.

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Stilles Leben oder Stillleben? In “Some Flowers” überführt Felix Dobbert das Genre des Stilllebens ganz in das hier und jetzt – geradezu schmerzhafte Ästhetik mit modernen Artefakten im unbenennbaren Raum

Der Themenreigen der teilnehmenden jungen Talente umgreift zudem die Auseinandersetzung mit Architektur, Erinnerung und Erinnerungskonstruktion, klassische Sujets wie Portraits oder Stillleben, untersucht die visuellen Inszenierungstechniken rechter Parteien in Europa oder definiert die klassische Reportage-Fotografie neu. Dabei setzen die Fotografen in einer Zeit, die allgegenwärtig von Fake-News betwittert wird, immer wieder konzentrierte Akzente mit Bildern von überraschender Schlichtheit, Poesie und elementarer Lebensverbundenheit.

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Die Einladungskarte zur Ausstellung mit einem Motiv aus Georg Brückmanns Serie “Kundmanngasse 19″, die die Philosophie des Denkers Ludwig Wittgenstein in irritierend architektonische Bilder übersetzt

gute aussichten deluxe mit ausgezeichneten Werken der Preisträger: Nadja Bournonville, Georg Brückmann, Claudia Christoffel, Monika Czosnowska, Felix Dobbert, Sonja Kälberer, Katrin Kamrau, Kolja Linowitzki, Tamara Lorenz, Marian Luft, Sara-Lena Maierhofer, Thomas Neumann, Nicolai Rapp, Jewgeni Roppel, Rebecca Sampson, Helena Schätzle, Luise Schröder, Sarah Straßmann, Stephan Tillmans, Markus Uhr, Anna Simone Wallinger und Christina Werner von 27. April 2017 bis 16. Juni 2017 im Museo de la Cancilleria in Mexico City. Die Einladungskarte zur Eröffnung & Ausstellung als PDF.

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Wenn das, was in Worten fast nicht beschreibar ist, “Sodade”, in Bildern erzählt werden muss, war Anna Simone Wallinger bestimmt vor Ort

gute aussichten deluxe ist ein gemeinsames Projekt der gute aussichten gGmbH, des Goethe-Instituts Mexico, Mexico City, des Museums des Mexikanischen Aussenminsteriums, dem Museo de la Cancilleria, Mexico City, dem Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, dem Museum für Fotografie, SMB, Berlin und der Landesvertretung des Bundeslandes Rheinland-Pfalz in Berlin. Weitere Informationen.

17Aug 2017Write a comment

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