“Ein verwirrendes Potenzial” von Julia Steinigeweg bei gute aussichten – new german photography 2016/2017, bis 1. Mai 2017 in den Deichtorhallen Hamburg, ab 27. April 2017 auf Zypern & ab 18. Mai 2017 in Koblenz

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Bis Montag, 1. Mai 2017 ist die Ausstellung gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photographie 2016/2017 in den Deichtorhallen, Haus der Photographie Hamburg zu sehen. Bereits am Donnerstag, 27. April 2017 eröffnet die Ausstellung gute aussichten 2016/2017 in Nicosia, auf der Mittelmeer Insel Zypern ihre Pforten und ab 18. Mai 2017 ist gute aussichten 2016/2017 im Landemuseum Koblenz zu Gast.

Unter der Headline: “Diese Leute sind einsam, doch nicht verrückt” schrieb die Hannoversche Allgemeine Zeitung am 10. März 2017: “Steinigewegs Fotoserie denunziert diese Fetischliebhaber nicht, doch einige Bilder lassen keinen Zweifel daran, dass die Menschen weit mehr als tote Materie in ihren Puppen sehen – sie schmiegen sich an die Ersatzpartner. „Diese Leute sind sicherlich einsam“, sagt die Fotografin, „doch nicht verrückt. Wie Kinder üben sie den menschlichen Umgang an den Puppen. Abgründe des Alltags waren schon immer bevorzugte Motive für Fotoreportagen, doch Julia Steinigeweg bedient nicht den Voyeurismus, sie legt vielmehr eine ästhetische Auseinandersetzung mit ihren Motiven vor.” Die ganze Geschichte steht hier.

In loser Folge stellen wir hier die Arbeiten der sieben jungen Talente, die bei gute aussichten 2016/2017 dabei sind, vor und präsentieren, nach den Preisträgern Miia Autio und Chris Becher, Carmen Catuti, Andreas Hopfgarten, Holger Jenss und Quoc-Van Ninh heute die Fotografin Julia Steinigeweg und ihre Arbeit Ein verwirrendes Potenzial, die in Deutschland entstanden ist.

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Puppen haben eine lange Tradition – im Kinderzimmer wie in der Kunst. Im Kinderzimmer wird spielerisch das Leben an ihnen geübt. In der Kunst dienen sie als Modell, als Artefakt oder Objekt, als Projektionsfläche oder als lebensechte Skulptur. Julia Steinigeweg untersucht ein Phänomen, das irgendwo dazwischen angesiedelt ist: Lebensgemeinschaften mit Puppen – als Partner- oder Kindersatz, möchte man instinktiv hinzufügen und bezweifelt sogleich, ob dies so stimmt. Viele Gründe können Menschen dazu bewegen, ihr Leben mit einem lebensechten, aber nicht lebendigen Gegenüber zu verbringen. Die Rollen zwischen Mensch und Puppe jedenfalls sind klar verteilt. Einerseits. Anderseits stellt sich die Frage, in welche Art der Beziehung ein erwachsener Mensch zu einem leblosen Objekt treten kann und will. Und wie reagieren wir auf ein solches Phänomen? Kinder jedenfalls lieben und hassen ihre Puppen, behandeln sie wie ihresgleichen und benehmen sich ihnen gegenüber manchmal auch sehr schlecht. Also durchaus: “Ein verwirrendes Potenzial”.

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Julia Steinigeweg während der Vorstellung ihres “verwirrenden Potenzials” in den Deichtorhallen, Haus der Photographie Hamburg im März 2017, hat an der Hochschule Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg bei Professor Vincent Kohlbecher studiert und dort 2015 mit ihrer Arbeit “Ein verwirrendes Potenzial” ihren Abschluss gemacht. Weitere Bilder der Serie finden Sie hier.

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gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 wird von dem gleichnamigen Katalog (D/E) begleitet, der auf 224 Seiten und im handlichen Readerformat alle sieben Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vorstellt. Ausführliche Informationen zum Buch mit einer Leseprobe im freundlichen PDF-Format.

13Dec 2017Write a comment

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