“Tenebrae” von Quoc-Van Ninh bei gute aussichten – new german photography 2016/2017, bis 1. Mai 2017 in den Deichtorhallen Hamburg & ab 27. April 2017 auf Zypern

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Bis Montag, 1. Mai 2017 ist die Ausstellung gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photographie 2016/2017 in den Deichtorhallen, Haus der Photographie Hamburg zu sehen. Bereits am Donnerstag, 27. April 2017 eröffnet die Ausstellung gute aussichten 2016/2017 in Nicosia, auf der Mittelmeer Insel Zypern ihre Pforten. Unter der Headline: “Glaube, Liebe, Herkunft” schrieb DIE ZEIT am 9. März 2017: “Verunsicherung und die Suche nach Identität prägen die Werke der Absolventen deutscher Fotoakademien. Unter den Preisträgern des Nachwuchspreises “Gute Aussichten” ist etwa Quoc-Van Ninh, der in Deutschland aufgewachsen ist, aber in Vietnam – der Heimat seines Vaters – “in die dunkle Welt seines gefühlten Andersseins” eintauchen will.” Die ganze Geschichte steht hier.

In loser Folge stellen wir hier die Arbeiten der sieben jungen Talente, die bei gute aussichten 2016/2017 dabei sind, vor und präsentieren, nach den Preisträgern Miia Autio und Chris Becher, Carmen Catuti, Andreas Hopfgarten und Holger Jenss heute den Fotografen Quoc-Van Ninh und seine Arbeit Tenebrae, die in Vietnam entstanden ist.

TENEBRAE

Was aktuell moralisch wie politisch für gehörigen Sprengstoff sorgt und zwischen den verschiedenen Fronten zu einem Granulat aus bizarren An- und Aussprüchen zer-mahlen wird, betrachtet Quoc-Van Ninh in “Tenebrae” trotz seiner inneren Zerrissenheit mit einer gewissen Gelassenheit. Er hat die gratwandlerische Aufgabe, sich zwischen drei verschiedenen Kulturkreisen zu bewegen: Sein Vater ist Vietnamese, seine Mutter aus China und er in Deutschland geboren und aufgewachsen. Es begleite ihn stets ein Gefühl der Fremde, sagt er, und ich möchte ihm zurufen: „Mich auch!“, bin ich mir doch gar nicht so sicher, ob ich stets auf jene Kultur referieren möchte, die qua Geburt und Familienhintergrund nur deutsch ist. Quoc-Van Ninh ist gerade ob dieses Hin-und-her-Geworfenseins ein gelungenes Beispiel dafür, dass Integration immer dann gelingt, wenn nicht verlangt wird, alle „fremden“ kulturellen Wurzeln zu kappen. Die subjektive Verortung ist bisweilen unbestreitbar schwer, aber sie ist integrativer Bestandteil jeder Sozialisation. Es ist gut, Quoc-Van Ninh in die dunkle Welt seines gefühlten Andersseins zu folgen, erzählt sie uns doch in jedem Fall auch etwas über uns selbst.

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Quoc-Van Ninh (mitte), der hier während des Aufbaus der Ausstellung vom Kurator Ingo Taubhorn (rechts) vermessen wird, hat an der Hochschule für Künste Bremen bei Professor Peter Bialobrzeski studiert und dort 2016 mit seiner Arbeit “Tenebrae” seinen Abschluss gemacht. Weitere Bilder der Serie finden Sie hier.

gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 wird von dem gleichnamigen Katalog (D/E) begleitet, der auf 224 Seiten und im handlichen Readerformat alle sieben Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vorstellt. Ausführliche Informationen zum Buch mit einer Leseprobe im freundlichen PDF-Format.

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Wer hält hier wohl wem die Stange? Die sieben gute aussichten 2016/2017 Preisträger/innen im NRW-Forum Düsseldorf im November 2016. Ihre Arbeiten werden in der Ausstellung gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 nach Hamburg dann vom 18. Mai 2017 bis zum 3. September 2017 im Landesmuseum Koblenz, Festung Ehrenbreitstein, zu Gast sein.

26Jun 2017Write a comment

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