“Last Chance Junction” von Holger Jenss bei gute aussichten – new german photography 2016/2017, bis 1. Mai 2017 in den Deichtorhallen Hamburg & ab 27. April 2017 auf Zypern

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Bis Montag, 1. Mai 2017 ist die Ausstellung gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photographie 2016/2017 in den Deichtorhallen, Haus der Photographie Hamburg zu sehen. Bereits am 27. April 2017 eröffnet die Ausstellung gute aussichten 2016/2017 in Nicosia, auf der Mittelmeer Insel Zypern ihre Pforten. Andrea Späth schrieb dazu in der Zeitschrift PHOTOGRAPHIE (Nr. 04/2017) unter der Headline “Blick in die Zukunft”: “Eine besondere Schau bietet das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg bis zum 1. Mai: Der fotografische Nachwuchs zeigt, was er kann. Es sollen die besten Jungfotografen dieses Landes sein. Und jeder ist eingeladen, die Talente kennenzulernen. Was umtreibt die Jugend? Was sind ihre Zielsetzungen? Ist sie für die Zukunft gerüstet, um die kulturellen und sozialen Errungenschaften einer Leistungsgesellschaft zu erhalten? – Es ist das Privileg der älteren Generation einen kritischen Blick auf die Nachkommenschaft zu werfen. Und was wir dieser Tage im Haus der Photographie der Deichtorhallen in Hamburg zu sehen bekommen, lässt tief blicken … auf ein erfreuliches Potential. Die ganze Geschichte steht hier.

In loser Folge stellen wir hier die Arbeiten der sieben jungen Talente, die bei gute aussichten 2016/2017 dabei sind, vor und präsentieren, nach den Preisträgern Miia Autio und Chris Becher, Carmen Catuti und Andreas Hopfgarten heute den Fotografen Holger Jenss und seine Arbeit Last Chance Junction, die in Ghana entstanden ist und sowohl aus einem äusserst empfehlenswerten, humorvollen Video und Fotografien besteht.

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Ein weißer Europäer fährt nach Afrika – das erweckt in uns Bilder von Forschern und Eroberern, von „Wilden“, denen Kolonialisten Kultur brachten, von Versklavung, Hunger und Krieg, von Dr. Grzimek, Safari und postkolonialer Afrikaromantik. Nichts von alledem hat Holger Jenss aus Ghana mitgebracht, und doch steckt all das in “Last Chance Junction”. „Critical Whiteness“ ist eines der Stichwörter, dem Jenss auf die Spur kommen wollte. Er war in Ghana die Minderheit. Der Weiße, der mit einem Blick nach Afrika kommt, in den unausweichlich all jene Bilder eines Kontinents geflossen sind, der seit der Antike von fremden Mächten heimgesucht wird. So setzt sich Jenss in (selbst)ironischer Weise mit diesen Sedimenten unseres kollektiven (Bild-)Gedächtnisses auseinander und nimmt dabei nicht nur seine eigene kulturelle Aneignung, sondern auch die kuriose Verinnerlichung der weißen Kultur seitens der Afrikaner aufs Korn.

Ein Fotograf und Filmemacher mit schauspielerischen Talenten: Holger Jenss – hier ehrerbietig vor Motiven aus Carmen Catutis Arbeit “Marmarilo” kniend, im März 2017 im Haus der Photographie, Deichtorhallen – hat an der Kunsthochschule Kassel bei den Professoren Bernhard Prinz und Jan Peters studiert und dort 2016 mit seinem Werk “Last Chance Junction” seinen Abschluss gemacht. Weitere Bilder seiner Serie finden Sie hier.

gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 wird von dem gleichnamigen Katalog (D/E) begleitet, der auf 224 Seiten und im handlichen Readerformat alle sieben Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vorstellt. Ausführliche Informationen zum Buch mit einer Leseprobe im freundlichen PDF-Format.

28Apr 2017Write a comment

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