Elefantenumzug Malawi

Ich möchte heute gerne ein aktuelles Projekt vorstellen. Ich war im letzten Monat in Malawi und habe eine groß angelegte Elefantenumsiedlung fotografiert. Für diejenigen die nicht wissen wo Malawi liegt (ich hatte bis dato auch keine Ahnung), hier mal eine Karte.

Malawi

Ich war dort im Auftrag der niederländischen Tageszeitung “De Volkskrant“, für die ich schon viele Aufträge im Ausland fotografiert habe. Ich schätze mich sehr glücklich, für diese Zeitung arbeiten zu können. Welche andere (Tages)Zeitung schickt noch Schreiber und Fotografen für 10 Tage in die afrikanische Savanne, um eine Reportage umzusetzen?

Wir haben die erste Phase der Umsiedlung von insgesamt rund 500 Tieren begleitet. Die “Capture“, also das einfangen der Tiere, fand im südlich gelegenen “Liwonde National Park“ statt. Dieser Park verfügt noch über eine relativ stabile Elefantenpopulation. Das Management wurde vor kurzem von der gemeinnützige Naturschutz-Organisation „African Parks“ mit Sitz in Südafrika übernommen.
Da der Wildpark für afrikanische Verhältnisse nicht besonders groß ist, kommt es in Liwonde immer wieder zu Problemen mit Elefanten, die in Dörfer eindringen und dort Felder verwüsten. Um dies zu verhindern, aber auch um die Tiere besser vor Wilderern schützen zu können, wurde die Entscheidung zu dieser wohl größten Elefantenumsiedlung aller Zeiten getroffen. Neue Heimat der Tiere ist das etwa 350 Kilometer weiter nördlich gelegene „Nkotakota Wildlife Reserve“. Hier hat African Parks eine Schutzzone eingerichtet, die von einem hochmodernen Elektrizitätszaun umrandet ist. So soll kein Wilderer mehr rein und kein Elefant mehr raus kommen.
Vor wenigen Tagen erreichte uns allerdings die Nachricht, dass ein Elefantenbulle aus der Schutzzone ausgebrochen ist und eine 40 Kilometer lange Spur von Verwüstung in den umliegenden Dörfern hinterlassen hat. Er tötete drei Menschen und wurde letztendlich von Rangern erschossen. Dies hinterlässt doch einen bitteren Beigeschmack bei der ansonsten sehr erfolgreichen Aktion.

Ich persönlich bin ausnahmsweise ziemlich zufrieden mit dem Trip. Meist habe ich nach intensiven Reisen die Angst, nicht fertig geworden zu sein oder etwas verpasst zu habe. Dieses Gefühl hielt sich bei unserer Abreise aus Malawi aber in Grenzen.
Dazu kommt, dass es natürlich ein extrem fotogenes Thema war und wir als Team von Fotograf und Schreiber gut funktioniert haben (was nicht immer selbstverständlich ist). Das Thema an sich fand ich sehr spannend. Ich arbeite häufig an Themen die einen Bezug zu der Natur haben. Mich reizt es zu dokumentieren wie der Mensch in die Natur eingreift, sie lenkt, sie sich zu nutzen macht oder sie ausbeutet. Ich habe in der Vergangenheit schon viele Reportagen zu diesen Themen fotografiert. Bergbau, Abholzung oder auch andere Tierumsiedlungen – irgendwie beginne ich einen roten Faden zu erkennen, bei Themen die mir am Herzen liegen.

19Sep 2017Write a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *