Archiv für den Autor: JosefineRaab StefanBecht

Über JosefineRaab StefanBecht

Josefine Raab, Kunsthistorikerin MA, studierte neben Kunstgeschichte Spanisch, Italienisch und Wirtschaft. Sie organisierte freie Ausstellungs- und Buchprojekte und arbeitete als Assistentin von Thomas M. Messer, Director emeritus des Guggenheim Museums in New York. Mehrere Jahre war sie im Vorstand des Kunstvereins in Wiesbaden und kuratierte während dieser Zeit zahlreiche Ausstellungen vorwiegend im Bereich Medienkunst und Fotografie.
2004 gründete sie zusammen mit Stefan Becht das international tätige Nachwuchsförderungs-Projekt gute aussichten – junge deutsche fotografie, das für seine inzwischen 114 Preisträger/innen rund 130 Ausstellungen auf der ganzen Welt organisiert hat. Seit 2015 arbeitet gute aussichten als anerkannt gemeinnützige Organisation. Josefine Raab obliegt die inhaltliche und künstlerische Leitung von gute aussichten.

Stefan Becht, Kommunikator und freier Journalist, achtet darauf, dass in den vielen Töpfen von gute aussichten auch nichts anbrennt. Wenn er nicht gerade leere Zeilen mit Buchstaben füllt sorgt er dafür, dass Menschen, die sich nicht kennen, miteinander sprechen und sich austauschen. Anders gesagt: Stefan Becht kümmert sich um die (möglichst reibungslose) Organisation von gute aussichten.

“Marmarilo” von Carmen Catuti bei gute aussichten – new german photography 2016/2017, bis 1. Mai 2017 in den Deichtorhallen Hamburg

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Bis Montag, 1. Mai 2017 ist die Ausstellung gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photographie 2016/2017 in den Deichtorhallen, Haus der Photographie Hamburg zu sehen. Jana Werner schrieb dazu in der WELT vom 10. März 2017: “Das Haus der Photographie zeigt abermals prämierte Nachwuchsstars. Die Schau ist eine bildgewaltige Annäherung an das Eigene, das Fremde, das Tabuisierte.” Die ganze Geschichte steht hier.
In loser Folge stellen wir hier die Arbeiten der sieben jungen Talente, die bei gute aussichten 2016/2017 dabei sind, vor und präsentieren, nach den Preisträgern Miia Autio und Chris Becher heute die Fotografin Carmen Catuti und ihre Serie Marmarilo, die in Georgien entstanden ist.

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Marmor, Gold, Samt und Seide sind Materialien, die in sakralen Kontexten zur Inszenierung von Heiligkeit und Spiritualität dienen. Ihre Kostbarkeit illustriert göttliche Allmacht und Präsenz. Hinzu gesellt sich ein Kanon von Formen, Gesten und Haltungen, der sich im Lauf der Jahrhunderte in der christlichen Bildpraxis etabliert hat. Auf dieses Dreigespann aus Material, Geste und Form referiert “Marmarilo” (georgisch für Marmor). Gegliedert in zwölf Werkgruppen, befragt, zitiert und interpretiert Carmen Catuti die Zeichensprache religiöser Repräsentanz. So schimmert das Blau als Verweis auf das Göttliche im Bildnis einer jungen Frau, in einem Faltenwurf, im Abdruck einer Ikone oder als Dekor für liturgische Artefakte. Gegenspieler ist das Rot, in der Bibel die Farbe für Sünde und Sühne, verknüpft mit Strafe, Krieg und Tod. Im Rot schließt sich der Kreis, ganz im bildhaften Sinne des Wortes – als Metapher und als Versprechen des Ewigen.

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Carmen Catuti (rechts) – hier bei der Präsentation ihrer Serie “Marmarilo” im Haus der Photographie, Deichtorhallen, im März 2017, zusammen mit dem Kurator des Hauses Ingo Taubhorn (mitte) und der Gründerin von gute aussichte, Josefine Raab (links) – hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Professorin Tina Bara und Anna Voswinckel studiert und dort 2016 mit “Marmarilo” ihren Abschluss gemacht. Alle Bilder der Serie finden Sie hier.

gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017 wird von dem gleichnamigen Katalog (D/E) begleitet, der auf 224 Seiten und im handlichen Readerformat alle sieben Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vorstellt. Ausführliche Informationen zum Buch.