Die sechziger Jahre sind geprägt von der Freundschaft des Verlegers Gerd Hatje mit zahlreichen international tätigen Künstlern, Architekten und Kunsthistorikern der Avantgarde jener Jahre – fruchtbare Verbindungen, die zu den großen Monografien über Jugendstil, Dadaismus, Surrealismus, Kubismus und Architektur ebenso wie zu den Hatje-Klassikern über und mit Le Corbusier, Alberto Giacometti oder Henri Matisse führen.
Kooperationen, etwa mit den Verlagen Harry N. Abrams in New York oder Thames & Hudson in London, unterstreichen die internationale Ausrichtung des sehr regen in Stuttgart-Bad Cannstatt ansässigen Kunst- und Architekturbuchverlags.
Parallel entwickelt sich die Dr. Cantz’sche Druckerei, 1933 von Dr. Hugo Cantz gegründet und nach dem Krieg von seinem Sohn Walter weitergeführt, zur führenden Druckereiadresse für Künstler der Region. Zusammen mit Fritz Hartmann, der seit Beginn der siebziger Jahre als zweiter Geschäftsführer der Druckerei fungiert, kann Walter Cantz seinen Traum von der Druckerei für Kunstbücher auf höchstem Niveau weiter ausbauen.
Die beiden werden ein erfolgreiches Team, das 1981 von der Stuttgarter Zeitung mit den Worten »Wenn Joseph Beuys einen Katalog machen will, dann geht er zu Cantz« treffend charakterisiert wird.
Der Wunsch der Künstler, ihre bei der Dr. Cantz’schen Druckerei produzierten Bücher auch im Buchhandel wiederzufinden, veranlasst die Druckerei schließlich zur Gründung der edition cantz. Dank des in den achtziger Jahren boomenden Kunst- und Katalogbuchmarkts eröffnet sich so ein zukunftsträchtiges neues Betätigungsfeld.