Alles beginnt mit einer großen Leidenschaft für Bücher und Kunst. 1945 erhält der damals 30-jährige gelernte Schriftsetzer Gerd Hatje von der französisch-amerikanischen Militärregierung die heiß begehrte Verlagslizenz.
Endlich kann er sich, wissensdurstig und ausgehungert durch den geistigen und kulturellen Kahlschlag, den das Naziregime hinterlassen hat, ganz seinen Vorstellungen entsprechend eine eigene, so Gerd Hatje, »Privatuniversität« aufbauen. Unter der Firmenbezeichnung Humanitas Verlag erscheinen Novellen, Romane und Stücke der Weltliteratur, gedruckt auf dem typischen, dünnen Nachkriegspapier, aber »con amore«.
Ab 1947 firmiert die ambitionierte Neugründung als Verlag Gerd Hatje und erwirbt sich bald ein beachtliches Renommée in der sich langsam etablierenden bundesdeutschen Verlagsszene.
Bereits in den 1950er-Jahren entdeckt der begeisterungsfähige Jungunternehmer die Themen seiner Bücher, die bis zum heutigen Tag das Herzstück des Verlages ausmachen: Bildende Kunst, Moderne Architektur, Internationales Design.