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Drei Fragen an den Künstler
Der Untertitel Ihres neuen Fotobandes lautet »Wegweiser zum Glück. Bilder einer Straße, 1979-1981«. Eine sehr begrenzte Zeit. Inwiefern verbinden Sie Glück und die Jahre 1979-81 miteinander und welche Bedeutung hat diese Straße für Sie? Kann man in Bezug auf Ihre Bilder vom deutschen Blick sprechen?
Der Vorteil des Vororts besteht darin, dass man sich auf den Weg machen muss, wenn vor Ort nichts los ist und man was erleben will. Der Alltag ist einfach gnadenlos banal dort, besonders dienstags. Es sei denn man macht selbst was.
Für mich war dieser Vorort ein idealer Ort erwachsen zu werden, wegzufahren und wiederzukommen. Immer wieder. Ich habe mir ein Bild gemacht von dieser Welt, im Vorort. Ich bin immer wieder hingefahren und habe immer wieder dieselben Wege gemacht. Diese Straße, dieser Fleck, diese Menschen haben mich geprägt. Dortmund, Kohlenpott. Dreckig, rau, laut, frech, direkt, herzlich, witzig. Das wollte ich festhalten. Deutscher Blick? Sicher, aber wie geht der. Ich hab da so eine Ahnung. Kann man vielleicht sehen.
Picasso hat gesagt: Ich suche nicht, ich finde, Nun, Sie sind Fotograf, nicht Maler, trotzdem stellt sich auch bei Ihnen die Frage. Wie kommen Sie zu Ihren Bildern? Wann entscheiden Sie, dass es nicht bei einem Bild bleibt und eine Serie entsteht?
Wie gesagt, ich gehe immer wieder hin zu denselben Stellen und schaue mal, ob sich was getan hat. Der Ort verändert sich, ich verändere mich. Licht, Zeit, Wissen verändern sich. Die Bilder bleiben, aber der Blick darauf verändert sich auch. Immer wieder.
Fotografie wie ich sie verstehe, lebt von der Serie, den Zwischenräumen zwischen den Bildern, auch dem was nicht gezeigt wird, aber dennoch anwesend ist. Am besten als Einzelbilder und serientauglich.
Sie waren einer der ersten Galeristen für Fotografie in Deutschland, gleichzeitig haben Sie fotografiert, waren als Sammler aktiv und als Kurator tätig. Wie sehen Sie die Entwicklungen in der »Kunstsparte« Fotografie?
Fotografie ist natürlich keine Kunst sondern eine Technik. Nicht jeder Fotograf ist Künstler. Fotografie mit Kunst als Anspruch kommt gerne akademisch. Man muss die Kunst mit Füßen treten, damit sie sich einstellen kann. Seit die Technik Nebensache ist, sind Auge und Verstand wieder gefragt - auch in der Fotografie. Gute Kunst ist selten. Das wird auch so bleiben.
30.05.2012
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