Buchtipp

Regina Dorneich, Hatje-Cantz-Lektorin, empfiehlt »A House Full of Music. Strategien in Musik und Kunst «

Ein Buch mit der Mathildenhöhe Darmstadt zu produzieren ist immer ein Abenteuer: Von der ersten Ausstellungsbeschreibung, die auf eine Seite passt, über das Manuskriptstadium – das schon erahnen lässt, dass das vor lauter Begeisterung für die Thematik immer umfangreicher zusammengetragene Material eine mehr als üppige Fahne ergeben wird – bis hin zum fertigen, den üblichen Rahmen sprengende Endprodukt ist jeder Augenblick spannend.

Und auch der hier besprochenen Band, der nach Joseph Maria Olbrich und Gesamtkunstwerk Expressionismuswieder im Hatje Cantz Verlag erscheint, widmet sich wieder in bekannter Darmstädter Manier einem außerordentlich facettenreichen Sujet: den Beziehungen zwischen Musik und Kunst im 20. und 21. Jahrhundert.

Vier Essays – beispielsweise über John Cages Auftritt bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik oder über die Problematik, Musik auszustellen – beleuchten Einzelaspekte dieses höchst komplexen Themas in einer auch dem Laien verständlichen Weise. Daneben führen Werktexte zu einzelnen Exponaten – von solch verschiedenen Künstlern wie natürlich John Cage und Erik Satie, Laurie Anderson, Ragnar Kjartansson, Oliver Sturm oder Nevin Aladag – und eine große Bandbreite an ganz unterschiedlichen Quellentexte sowie rund 350 Abbildungen vor Augen, welch’ ein Unterfangen sich die Mathildenhöhe vorgenommen hat. Zwölf sogenannte »Strategien« – Speichern, Collagieren, Schweigen, Zerstören, Rechnen, Würfeln, Fühlen, Denken, Glauben, Möblieren, Wiederholen, Spielen – fassen das opulente Material zusammen, weisen dem interessierten »Neuling« den Weg und bieten dem Fachmann Stoff zur Diskussion – wie gesagt, ein Abenteuer eben!

30.05.2012

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