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Second Languages

Second Languages
Reading Piotr Uklanski

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ISBN 978-3-7757-3787-6
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Sibylle Luig, Programmmanagement Hatje Cantz Verlag, über die Neuerscheinung Second Languages. Reading Piotr Uklański.

Der Titel Second Languages. Reading Piotr Uklański ist programmatisch: Elf bestens recherchierte, hochinformative und dabei doch leicht lesbare Essays von namhaften Kunsthistorikern, beispielsweise von Adam Szymczyk, dem künstlerischen Leiter der nächsten documenta, stellen das facettenreiche Werk und den Werdegang des 1968 in Polen geborenen Künstlers vor. Uklański lässt uns an seinem amerikanischen Traum teilhaben: Anfang der 1990er-Jahre zieht er nach New York, wo er sich nicht zuletzt durch gezieltes Selbstmarketing als Künstler etabliert und im Englischen seine zweite Sprache findet. In der Kunst spricht er bald unzählige Dialekte: Er bewegt sich auf den unterschiedlichsten Gebieten, tritt als Filmproduzent auf, inszeniert mit Menschenmassen Bilder, die sich nur als Luftaufnahme erschließen, bedient sich freizügig bei Fotografien anderer Künstler, um sie verfremdet und auf Leinwand gezogen als eigene Werke erfolgreich auszustellen. Und er erregt – nicht nur in der Kunstwelt – die Gemüter mit Filmstills von Schauspielern in ihren Rollen als Nazis oder mit seiner Sammlung pornografischer Bilder, auf denen die Akteure bekannten Filmstars wie Eddie Murphy oder Jennifer Aniston zum Verwechseln ähnlich sehen.


Die Provokation im wahrsten Wortsinne, also das Hervorrufen einer wie auch immer gearteten Reaktion, steht im Mittelpunkt seines Kunstschaffens, wobei sein Ansatz ironisch, oft auch spielerisch ist. Wie anders könnte man die Idee bezeichnen, den Kinostar Val Kilmer für den ersten polnischen Western zu gewinnen und ihn dann einen von Beginn des Films an toten Sheriff spielen zu lassen? Die Hauptrollen sind hingegen mit in den USA unbekannten polnischen Darstellern besetzt.


Mit jedem Essay lernt man eine andere faszinierende Seite des Künstlers kennen, dessen Selbstporträt im Zentrum eines durch nackte Körper auf dunklem Hintergrund entstandenen Totenkopfes – ein Zitat einer Fotografie von Salvador Dalí und Philippe Halsman – auch viel über die narzisstische Seite seines Kunstschaffens zu verraten scheint.


Never a dull moment, nicht mit PiotrUklańskiund auch nicht mit seinem Reader Second Languages.

12. März 2014

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